Von Claude Monet über Paul Cézanne bis Andy Warhol: In den Pariser Museen und digitalen Kunstzentren stehen die grossen Namen der Kunstgeschichte im Mittelpunkt. Malerei, Fotografie, Skulptur oder immersive Erlebnisse – entdecken Sie unsere Auswahl der spannendsten Ausstellungen in Paris. Auf die Plätze, fertig, besuchen!
Welche Ausstellungen sollte man sich derzeit in Paris ansehen?
„Exposition Générale“ in der Fondation Cartier
Fondation Cartier pour l’art contemporain, Place du Palais Royal, Paris, Frankreich
Vom 25. Oktober 2025 bis 23. August 2026
Anlässlich der Wiedereröffnung der Fondation Cartier und ihrer neuen Ausstellungsräume lädt die Ausstellung „Exposition Générale“ dazu ein, vierzig Jahre zeitgenössischer Kunst anhand ihrer Sammlungen neu zu entdecken. Vom architektonischen Labor über poetische und technologische Installationen schlängelt sich der Rundgang durch die emblematischen Werke des Museums und erweitert sich außerhalb der Mauern auf den Place du Palais-Royal sowie in die unterirdische Galerie von Valois, einem ehemaligen Durchgang, der die Metro mit den Grands Magasins du Louvre verband. Ein immersives Erlebnis, das die kreative Kühnheit der Fondation und ihre Rolle in der zeitgenössischen Kunst eindrucksvoll zeigt.
„Das Triptychon von Moulins“ im Musée du Louvre
Musée du Louvre, Paris, Frankreich
Vom 26. November 2025 bis 31. August 2026
Entdecken Sie eines der bedeutendsten Meisterwerke der französischen Malerei zu Beginn des 16. Jahrhunderts neu: das Triptychon von Moulins von Jean Hey, das kürzlich restauriert wurde. Die außergewöhnliche Restaurierung hat die leuchtenden Farben der drei Tafeln wieder zum Vorschein gebracht und ein tieferes Verständnis für die malerischen Experimente des „Meisters von Moulins“ ermöglicht. Zum ersten Mal seit 1937 in Paris ausgestellt, wird das Triptychon ergänzt durch Gemälde, Zeichnungen und illuminierten Manuskripte aus den Sammlungen des Louvre, um die Reichtum und Feinheit der französischen Kunst zur Wende der Renaissance zu erkunden.
„Weben, Sticken, Veredeln – Pariser Modehandwerk“ im Palais Galliera
Palais Galliera, Avenue Pierre 1er de Serbie, Paris, Frankreich
Vom 13. Dezember 2025 bis 18. Oktober 2026
Textildesigner, Stickereikünstler, Federschmuck-Experten, florale Verzierer … 2026 rückt das Palais Galliera mehrere oft wenig bekannte Berufe der Mode ins Rampenlicht und würdigt die exzellenten Handwerkskünste, die Paris weltberühmt machen. Auf 350 Exponaten zeigt der erste Teil der Ausstellung die außergewöhnliche Vielfalt der Techniken: vom brokatgewebten Stoff eines Gilets aus dem 18. Jahrhundert über das Laser-Print-Set von Balenciaga bis hin zur feinen Chantilly-Spitze oder dem emblematischen Kamelien-Motiv von Gabrielle Chanel. Ein Rundgang, der die floralen Dekore und Muster beleuchtet, die die Kreationen großer Modehäuser und zeitgenössischer Akteur:innen wie Lesage, Hurel oder Baqué Molinié veredeln.
„Clair-obscur“ in der Bourse de Commerce
Bourse de Commerce - Pinault Collection, Rue de Viarmes, Paris, Frankreich

Vom 4. März bis 31. August 2026
Anhand der Werke von rund zwanzig modernen und zeitgenössischen Künstler:innen aus der Pinault Collection untersucht diese neue Ausstellung das Erbe des Hell-Dunkels und verwandelt die Bourse de Commerce in eine immersive Landschaft, in der Licht, Schatten und Wahrnehmung des Sichtbaren miteinander verschmelzen. Von den emblematischen Arbeiten Bill Violas über die malerische Welt Victor Mans bis hin zu Pierre Huyghes metaphysischem Filmritual unter der Kuppel der Rotonde, hinterfragt der Rundgang sowohl die Materialität des Lichts als auch die geheimnisvollen Bereiche des Unterbewusstseins. Eine sinnliche Reise, die zeigt, wie diese visuelle Sprache weiterhin unser Verhältnis zur Welt erhellt.
„Alexandre Lenoir. Par la force des choses“ im Musée de l’Orangerie
Vom 25. März bis zum 24. August 2026
Das Musée de l’Orangerie widmet dem 1992 geborenen französischen Maler Alexandre Lenoir eine Ausstellung mit vier bislang unveröffentlichten Gemälden. Ausgehend von persönlichen Fotografien erschafft der Künstler in einem vielschichtigen Malprozess atmosphärische Landschaften, in denen geisterhafte Silhouetten auftauchen. Im Dialog mit Claude Monets berühmten Nymphéas spielen seine Werke mit Licht, Spiegelungen und der Bewegung des Wassers und bewegen sich zwischen vertrauten Szenen und traumähnlichen Visionen.
„Video Games & Music“ in der Philharmonie de Paris
Philharmonie de Paris, Avenue Jean Jaurès, Paris, Frankreich

Vom 2. April bis 1. November 2026
Pac-Man, Mario, Zelda, Final Fantasy … Ikonische Videospiele, die auch für ihre Soundtracks berühmt sind und die Erinnerungen an spannende Spielsessions wecken. Von den ersten Soundchips der 1980er Jahre bis zu zeitgenössischen symphonischen Arrangements erkundet die Philharmonie de Paris die klangliche Welt der Videospiele durch über zwanzig interaktive Installationen, in denen der Spieler Teil der musikalischen Schöpfung wird. Die Ausstellung zeigt außerdem, wie internationale Künstler:innen wie Jean-Michel Jarre, Yellow Magic Orchestra oder Radiohead von Videospielen inspiriert wurden, um ein einzigartiges musikalisches und sinnliches Erlebnis zu schaffen.
„Calder – Träumen im Gleichgewicht“ in der Fondation Louis Vuitton
Fondation Louis Vuitton, Avenue du Mahatma Gandhi, Paris, Frankreich

Vom 15. April bis 16. August 2026
Bewegte Skulpturen, abstrakte schwebende Formen, zerbrechliches Gleichgewicht: Alexander Calder, eine zentrale Figur der modernen Kunst und der Abstraktion, wird in einer großen Jubiläumsausstellung in der Fondation Louis Vuitton gefeiert. Seine ikonischen Mobile und Stabile treten in Dialog mit Werken zeitgenössischer Künstler:innen wie Barbara Hepworth, Jean Hélion, Piet Mondrian, Paul Klee oder Pablo Picasso, um Calders erfinderisches Genie im Kontext der Avantgarden des 20. Jahrhunderts zu zeigen. Mitten im Museum mit spektakulärer Architektur von Frank Gehry bietet diese immersive Retrospektive ein einzigartiges visuelles und sinnliches Erlebnis.
„Hilma af Klint. Die Tempelgemälde (1906–1915)“ im Grand Palais
Grand Palais, Paris, Frankreich
Vom 6. Mai bis zum 30. August 2026
Zum ersten Mal in Frankreich widmet der Grand Palais der schwedischen Künstlerin Hilma af Klint eine grosse Ausstellung. Die gemeinsam mit dem Centre Pompidou konzipierte Schau präsentiert unter anderem den monumentalen Zyklus „Die Tempelgemälde“, in dem Spiralen, Kreise, geometrische Formen und leuchtende Farben ihr Interesse an Wissenschaft, Spiritualität und unsichtbaren Kräften widerspiegeln. Die Werke, die auf Wunsch der Künstlerin lange unter Verschluss blieben, zeigen eine ihrer Zeit weit vorausdenkende Pionierin der abstrakten Kunst und rücken zugleich den oft unterschätzten Beitrag von Künstlerinnen zur Geschichte der Moderne in den Fokus.
„Youssef Nabil. De rêver encore“ im Musée d’Orsay
Vom 19. Mai bis zum 13. September 2026
Als erster zeitgenössischer Künstler gestaltet Youssef Nabil die orientalistischen Säle des Musée d’Orsay neu und bringt seine Fotografien und Videoinstallationen mit den Werken in Dialog, die ihn seit seinem ersten Museumsbesuch im Jahr 1992 inspirieren. Seine von Hand kolorierten Schwarz-Weiss-Fotografien zeichnen das Bild eines träumerischen Ägyptens und erzählen von Exil, Erinnerung und Identität zwischen den beiden Ufern des Mittelmeers. Im Austausch mit Werken von Puvis de Chavannes oder Odilon Redon entstehen intime, nostalgische und zugleich zeitgenössische Bildwelten.
„Die Schenkung Michel Lacoste“ im Musée du Louvre
Musée du Louvre, Paris, Frankreich
Vom 26. Juni 2026 bis zum 11. Januar 2027
Erstmals präsentiert das Musée du Louvre gemeinsam rund 100 Werke französischer Gold- und Silberschmiedekunst aus der Schenkung des Sammlers Michel Lacoste. Pokale, Schalen, Tafelgeschirr und kunstvoll verzierte Prunkstücke aus dem 16. bis 18. Jahrhundert zeugen von aussergewöhnlicher Handwerkskunst, edlen Materialien und der Meisterschaft bedeutender Goldschmiede. Im Dialog mit den Sammlungen des Museums eröffnen sie einen faszinierenden Einblick in ein oft wenig bekanntes Kapitel der französischen dekorativen Künste und in die Leidenschaft eines Sammlers, die heute Teil des nationalen Kulturerbes ist.
„Animalia. Bestiarium der Al Thani Collection“ im Hôtel de la Marine
Hôtel de la Marine, Place de la Concorde, Paris, Frankreich

Vom 1. Juli 2026 bis zum 10. Januar 2027
Mit mehr als 120 Werken aus vier Kontinenten lädt die Ausstellung zu einer Reise durch die faszinierende Welt realer und fantastischer Tiere ein – vom 3. Jahrtausend v. Chr. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Antike Bronzepferde, chinesische Gürtelschliessen in Tigerform, ein Schlangenkopf aus der Werkstatt Fabergés oder ein mythischer Vogel der Sénoufo zeigen die Vielfalt tierischer Darstellungen und ihrer Symbolik in unterschiedlichen Kulturen. Viele der Exponate sind erstmals in Paris zu sehen und eröffnen neue Perspektiven auf Kunst, Glaubensvorstellungen und dekoratives Kunsthandwerk.
„Renaissance“, „Van Gogh“ und „Der kleine Prinz“ im Atelier des Lumières
Atelier des Lumières, Rue Saint-Maur, Paris, Frankreich

Vom 3. Juli bis zum 13. September 2026
Drei immersive Ausstellungen verwandeln das Atelier des Lumières in diesem Sommer in eine spektakuläre Bühne für Kunst und Fantasie. „Renaissance: Leonardo da Vinci, Raffael, Michelangelo“ lässt die Meisterwerke der italienischen Renaissance mit monumentalen Projektionen, 3D-Animationen sowie Licht- und Nebeleffekten lebendig werden. „Van Gogh“ entführt Besucherinnen und Besucher in die leuchtenden Farben der Sonnenblumen, der Sternennacht und der berühmten Selbstporträts des niederländischen Malers. Mit „Der kleine Prinz“ schliesslich erwartet Gross und Klein eine poetische 360-Grad-Reise – von der Wüste bis zum Asteroiden B612 – nach dem weltberühmten Werk von Antoine de Saint-Exupéry.
- „Renaissance: Leonardo da Vinci, Raffael, Michelangelo“: dienstags und samstags
- „Van Gogh“: montags, donnerstags und freitags
- „Der kleine Prinz“: mittwochs und sonntags
„Laura Lamiel“ in der Bourse de Commerce – Pinault Collection
Bourse de Commerce - Pinault Collection, Rue de Viarmes, Paris, Frankreich

Bis zum 21. September 2026
Im Rahmen der Ausstellung „Clair-obscur“ präsentiert Laura Lamiel eigens für die Bourse de Commerce geschaffene Installationen im Passage und in der Salle des machines. Kinderschuhe, Handschuhe, Stühle, Stoffe, glasierte Ziegel oder Bücher fügen sich zu poetischen Kompositionen, in denen Licht, Spiegelungen und Schatten die Wahrnehmung alltäglicher Gegenstände verändern. Auf diesem Rundgang richtet sich der Blick auf Materialien, Spuren und Details, die sonst leicht übersehen werden.
„Der ewige Tintoretto“ im Musée Jacquemart-André
Musée Jacquemart-André, Boulevard Haussmann, Paris, Frankreich

Vom 11. September 2026 bis zum 24. Januar 2027
Zum ersten Mal in Frankreich widmet das Musée Jacquemart-André dem venezianischen Renaissance-Meister Tintoretto eine umfassende Retrospektive. Rund 40 Gemälde und Zeichnungen veranschaulichen seine dramatischen Kompositionen, kühnen Perspektiven, eindrucksvollen Lichtinszenierungen und den dynamischen Pinselstrich, der seinen religiösen Szenen eine aussergewöhnliche Ausdruckskraft verleiht. Die Ausstellung zeigt zudem, wie sein von Michelangelo und Tizian geprägter Stil über Jahrhunderte hinweg nachwirkte und selbst die französische Malerei des 19. Jahrhunderts beeinflusste.
„Auguste Bartholdi. Die Freiheitsstatue erleuchtet die Welt“ im Musée d’Orsay
Musée d'Orsay, Paris, Frankreich
Vom 15. September 2026 bis zum 31. Januar 2027
Anlässlich des 250. Jahrestags der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten beleuchtet das Musée d’Orsay die Entstehung der Freiheitsstatue, die Auguste Bartholdi als Geschenk Frankreichs an das amerikanische Volk schuf. Modelle, Zeichnungen, historische Dokumente und immersive Installationen erzählen von der Entstehungsgeschichte des Monuments – von der Finanzierung über die Verarbeitung des Kupfers bis zu den technischen Lösungen, die gemeinsam mit Viollet-le-Duc und später Gustave Eiffel entwickelt wurden. Eine Virtual-Reality-Erfahrung ergänzt den Rundgang und zeigt, wie die 1886 in New York eingeweihte, 46 Meter hohe Skulptur zu einem weltweiten Symbol der Freiheit wurde.
„Andy Warhol. Linie und Bild“ im Musée du Luxembourg
Musée du Luxembourg, Rue de Vaugirard, Paris, Frankreich

Vom 16. September 2026 bis zum 10. Januar 2027
Diese Ausstellung zeigt Andy Warhol von einer weniger bekannten Seite: als Zeichner. Rund 150 Zeichnungen sowie Gemälde, Fotografien, Siebdrucke und Archivdokumente zeichnen seinen künstlerischen Weg von den Anfängen als Werbegrafiker bis zu seinen späten Arbeiten nach. Porträts, grafische Experimente, Werbemotive und persönliche Themen verdeutlichen, welche zentrale Rolle das Zeichnen für die Entwicklung der Pop Art spielte. Gleichzeitig eröffnet die Ausstellung spannende Einblicke in den kreativen Prozess des Künstlers und in die legendäre Atmosphäre seiner New Yorker Factory.
„Kerry James Marshall: The Histories“ im Musée d’Art Moderne de Paris
Musée d'Art Moderne de Paris, Avenue du Président Wilson, Paris, Frankreich
Vom 18. September 2026 bis zum 24. Januar 2027
Für seine erste Ausstellung in Frankreich präsentiert Kerry James Marshall rund 70 Werke, darunter acht bislang unveröffentlichte Gemälde, die mehr als vier Jahrzehnte seines Schaffens umfassen. Seine monumentalen Kompositionen rücken Schwarze Menschen in den Mittelpunkt historischer und alltäglicher Szenen – von Friseursalons bis zu prägenden Momenten der afroamerikanischen Geschichte – und treten dabei in einen Dialog mit Manet, Caillebotte, Comics und Science-Fiction. Die Ausstellung zeigt, wie Marshall die Tradition der westlichen Malerei neu interpretiert, um Geschichten, Persönlichkeiten und Erfahrungen sichtbar zu machen, die in Museen lange kaum vertreten waren.
„Hassan Hajjaj + Acid Arab. My Rock Stars“ im Musée de la musique – Philharmonie de Paris
Philharmonie de Paris, Avenue Jean Jaurès, Paris, Frankreich
Vom 22. September 2026 bis zum 25. April 2027
Mit „My Rock Stars“ präsentiert der Fotograf, Designer und bildende Künstler Hassan Hajjaj eine farbenfrohe Installation, in der Persönlichkeiten wie Madonna, Billie Eilish, Rachid Taha, Alicia Keys und Meister der Gnawa-Musik aufeinandertreffen. Porträts, Mode, Alltagsobjekte und Kulissen verbinden Popkultur mit marokkanischen Traditionen und Londoner Einflüssen zu einer einzigartigen Bildsprache. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine eigens geschaffene Klanginstallation der Gruppe Acid Arab, die Rhythmen aus Nordafrika und dem Nahen Osten mit elektronischer Musik, Techno, Disco und Rap verschmelzen lässt.
„Cézanne et nous“ im Grand Palais
Grand Palais, Paris, Frankreich

Vom 23. September 2026 bis zum 17. Januar 2027
Mit rund 180 Werken zeigt die Ausstellung den nachhaltigen Einfluss Paul Cézannes auf mehrere Generationen von Künstlerinnen und Künstlern – von Paul Gauguin und Henri Matisse über Pablo Picasso und Piet Mondrian bis hin zu Joan Mitchell, Bridget Riley und Peter Doig. Seine Landschaften, Stillleben und seine neuartige Auffassung von Form und Raum ebneten den Weg zur abstrakten Kunst und prägten die Entwicklung der modernen Malerei entscheidend. Gemeinsam mit dem Centre Pompidou, dem Musée d’Orsay und dem Musée de l’Orangerie lädt das Grand Palais dazu ein, Cézannes Werk aus der Perspektive jener Künstler neu zu entdecken, die sich von ihm inspirieren liessen, sich auf ihn bezogen oder bewusst mit ihm auseinandersetzten.
„Eine Garderobe für sich. Neue Weiblichkeitsbilder im 19. Jahrhundert“ im Palais Galliera
Palais Galliera, Avenue Pierre 1er de Serbie, Paris, Frankreich

Vom 26. September 2026 bis zum 14. Februar 2027
Mit rund 500 Kleidungsstücken, Accessoires, Gemälden und Fotografien zeigt das Palais Galliera, wie sich Frauen im 19. Jahrhundert Elemente der Männergarderobe aneigneten, um mehr Freiheit zu gewinnen und ihren Platz in der Gesellschaft zu behaupten. Hosen, Massanzüge, Krawatten, Zylinder und Reitkleidung werden unter anderem neben der erstmals vollständig präsentierten Garderobe von Rosa Bonheur gezeigt. Von George Sand bis zu den selbstbewussten Frauen im Paris der Jahrhundertwende macht die Ausstellung deutlich, wie Mode dazu beitrug, traditionelle Geschlechterrollen infrage zu stellen und neue Formen weiblicher Selbstinszenierung zu schaffen.
„Monet. Die Zeit malen“ im Musée de l’Orangerie
Musée de l'Orangerie, Paris, Frankreich
Vom 30. September 2026 bis zum 25. Januar 2027
Anlässlich des 100. Todestags von Claude Monet widmet sich das Musée de l’Orangerie seiner faszinierenden Auseinandersetzung mit Zeit, Licht und der ständigen Veränderung der Landschaft. Rund 40 Werke – darunter die berühmten Serien der Heuschober, Pappeln, der Kathedrale von Rouen und der Seerosen – zeigen, wie Monet dasselbe Motiv zu unterschiedlichen Tageszeiten malte, um die wechselnden Lichtstimmungen einzufangen. Im Museum, das die monumentalen Nymphéas beherbergt, eröffnet die Ausstellung einen neuen Blick auf Monets künstlerische Entwicklung – vom flüchtigen Eindruck des Impressionismus hin zu einer Malerei, die den Betrachter ganz umgibt.
„Zurbarán“ im Musée du Louvre
Musée du Louvre, Paris, Frankreich
Vom 7. Oktober 2026 bis zum 25. Januar 2027
Das Musée du Louvre widmet Francisco de Zurbarán, einem der bedeutendsten spanischen Maler des 17. Jahrhunderts neben Velázquez und Murillo, eine umfassende Retrospektive. Monumentale religiöse Gemälde, Porträts und Stillleben veranschaulichen seinen unverwechselbaren Stil mit klaren Formen, starken Hell-Dunkel-Kontrasten und intensiven Farben. Auch Werke seines Sohnes Juan de Zurbarán sind Teil der Ausstellung. Der Rundgang zeigt zudem, wie Zurbaráns Kunst, die lange mit den Klöstern Andalusiens verbunden wurde, Künstler wie Édouard Manet, Pablo Picasso und Juan Gris nachhaltig beeinflusste.
„Remember Me“ in der Bourse de Commerce – Pinault Collection
Bourse de Commerce - Pinault Collection, Rue de Viarmes, Paris, Frankreich

Ab dem 7. Oktober 2026
Anlässlich des 200. Jahrestags der Erfindung der Fotografie präsentiert die Bourse de Commerce rund 700 Werke von mehr als 70 Künstlerinnen und Künstlern und lädt zu einer Reise durch zwei Jahrhunderte Fotografie ein. Von Gustave Le Gray über Dorothea Lange, Man Ray und Barbara Kruger bis hin zu Cindy Sherman und Wolfgang Tillmans treten historische Aufnahmen und zeitgenössische Arbeiten in einen spannenden Dialog – bewusst ohne chronologische Ordnung. Porträts, Alltagsszenen, Pressefotografien und experimentelle Bildwelten zeigen, wie Fotografie Erinnerungen bewahrt, unseren Blick auf die Welt prägt und Vergängliches sichtbar macht.
„Gustave Fayet – Sammler und Künstler. Ikonen der Moderne“ in der Fondation Louis Vuitton
Fondation Louis Vuitton, Avenue du Mahatma Gandhi, Paris, Frankreich

Vom 9. Oktober 2026 bis zum 8. März 2027
Erstmals seit über 100 Jahren präsentiert die Fondation Louis Vuitton mehr als 250 Werke aus der außergewöhnlichen Sammlung von Gustave Fayet. Zu sehen sind Gemälde von Vincent van Gogh, Paul Gauguin, Odilon Redon, Paul Cézanne, Henri Matisse und Henri de Toulouse-Lautrec, darunter Van Goghs berühmtes „Selbstbildnis mit verbundenem Ohr“, drei Hauptwerke Gauguins sowie der monumentale Gemäldezyklus, den Odilon Redon für die Abtei Fontfroide schuf. Ein zweiter Ausstellungsbereich widmet sich Gustave Fayet selbst als Künstler und zeigt über 300 Gemälde, Keramiken, Teppiche, Stoffe und illustrierte Bücher. So wird sein oft unterschätzter Beitrag zur Entwicklung der modernen Kunst und des Kunsthandwerks sichtbar.
„Ibrahim Mahama. Die Zeit der Ernte“ in der Fondation Cartier pour l’art contemporain
Fondation Cartier pour l'art contemporain, Place du Palais Royal, Paris, Frankreich

Vom 22. Oktober 2026 bis zum 28. Februar 2027
Für seine erste Ausstellung in Paris bespielt der ghanaische Künstler Ibrahim Mahama gemeinsam mit neun eingeladenen Künstlerinnen, Künstlern und Kollektiven sämtliche Räume der Fondation Cartier. Zu den eindrucksvollsten Installationen zählen eine aus Originalmaterialien rekonstruierte Glasflaschenfabrik, ein Parlament aus traditionellen ghanaischen Sitzgelegenheiten sowie eine monumentale Textilarbeit, die bis auf den Place du Palais-Royal hinausreicht. Fotografien, Gemälde, Textilien, Archive und Skulpturen erzählen von der politischen, industriellen und sozialen Geschichte Ghanas und zeigen, wie Materialien mit Vergangenheit zu Trägern neuer Erzählungen werden.
Ausstellungen, die man in Frankreich nicht verpassen sollte
Überall in Frankreich laden Museen, Kunstzentren und Kulturstätten zu außergewöhnlichen Ausstellungen ein. Von Claude Monet über Frida Kahlo bis hin zu Henri Matisse, Daniel Buren oder Henri de Toulouse-Lautrec – entdecken Sie unsere Auswahl an unverzichtbaren Ausstellungen, die es in Frankreich im Jahr 2026 zu besichtigen gibt.
Ausstellungen

Lesen Sie auch :
- Neue Kulturorte in Paris, die man nicht verpassen sollte
- Die schönsten Ausstellungen in Frankreich in 2026
Gut zu wissen :
Das Centre Pompidou bleibt von 2025 bis 2030 wegen Renovierung geschlossen. Aber keine Sorge – einige der Highlights seiner Sammlung können Sie weiterhin in anderen Pariser Museen entdecken, etwa im Grand Palais oder in der Philharmonie de Paris. So verpassen Sie trotz Umbau nichts von der zeitgenössischen Kunst!

Von Redaktion France.fr







