Mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln durch Frankreich reisen

Inspiration

J. Damase/Auvergne-Rhône-Alpes Tourisme
© J. Damase/Auvergne-Rhône-Alpes Tourisme

Lesezeit: 0 MinVeröffentlicht am 31 Juli 2023, aktualisiert am 12 Juni 2024

Zug, Metro, Bus, Mitfahrgelegenheiten, mit dem E-Auto oder mit dem Fahrrad… Nichts geht über sanfte Mobilität, um Frankreich auf praktische und umweltfreundliche Weise zu entdecken. Dies gilt selbst, beziehungsweise vor allem, wenn gerade gestreikt wird. Für einen entspannten Urlaub und um sich im Streikfall über die Verkehrsbedingungen in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu informieren, haben wir praktische Tipps und nützliche Links für Sie zusammengestellt.

Mit dem Zug

Wussten Sie schon, dass der Zug das umweltfreundlichste und gleichzeitig schnellste Verkehrsmittel ist? Es hilft Staus zu vermeiden und bei der Reise von einer Stadt zur anderen Stadt Zeit zu sparen. Wer mit dem Zug unterwegs ist, um Frankreich zu entdecken und in aller Ruhe die schönen Landschaften zu genießen, stößt im Durchschnitt 30-mal weniger Treibhausgase, als auf einer Reise, auf der man allein mit dem Auto unterwegs ist. Und wenn Sie mit dem TGV, dem französischen Hochgeschwindigkeitszug, reisen, verursachen Sie sogar 50 % weniger Emissionen als mit dem Auto und 80-mal weniger als mit dem Flugzeug... Das Eisenbahnnetz in Frankreich ist sehr praktisch und gut ausgebaut. Sie haben die Wahl zwischen den Schnellzügen TGV, der die großen Städte verbindet, den Regionalzügen TER (Trains Express Régionaux) und den Intercités, die die kleineren Bahnhöfe bedient. Da alle Zugverbindungen miteinander kombiniert werden können, finden Sie leicht die für Sie passende Strecke. Fahrkarten können online (Reservierung insbesondere für den TGV erforderlich) oder direkt in den Bahnhöfen kaufen. Es gibt auch Nachtzüge mit Schlafwagen, damit Sie keinen Tag verpassen, und touristische Züge, mit denen Sie die Vielfalt der Landschaften bewundern können (Le Train des Merveilles in Nizza, Trinichellu auf Korsika, Panoramique des Dômes in der Auvergne oder der Mont-Blanc Express in den Alpen).

Fahrpläne, Tarife und Verkehrsinfos finden Sie auf der Website oder in der App SNCF Connect

  • Tipp: Nehmen Sie ihr Fahrrad mit. In den meisten TER-Zügen, die durch Frankreich fahren, kann es kostenlos transportiert werden.

  • Gut zu wissen: SNCF Connect ist die einzige Plattform, auf der Sie Ihre Reiseroute finden, buchen und Ihre Kurz- und Langstreckenfahrten mit dem Zug und nachhaltiger Mobilität in Frankreich verwalten können.

Mit der U-Bahn, Straßenbahn und städtischen Verkehrsmitteln

In Paris und anderen französischen Großstädten ist die Metro nach wie vor ein praktisches und effizientes Verkehrsmittel, um sich in Frankreich fortzubewegen - sei es, um Sehenswürdigkeiten zu erkunden, vom Bahnhof zur Unterkunft zu gelangen oder um abends auszugehen. Die Pariser Metro ist mit 16 Linien, die 309 Stationen bedienen, sehr flächendeckend ausgebaut. Für Fahrten in der Region Ile-de-France (in Paris und Umgebung) steht ein weit ausgebautes Verkehrsnetz mit 12 Straßenbahnlinien, 5 RER-Zügen und 8 SNCF-Vorort-Zuglinien („Transilien“) zur Verfügung (so kann man beispielsweise das Schloss Versailles vom Paris Zentrum aus gut erreichen).

Um die Fahrzeit zu berechnen, die richtige Route zu finden, die Verkehrsbedingungen abzufragen oder um das Ticket zu buchen (Ticket t+, Flughafenticket, Ile-de-France-Ticket, Navigo Liberté +, Ticket t+ für den Navigo Easy Pass oder als Handyticket), können Sie die Webseiten und Apps des Pariser Nahverkehrs RATP und des Öffentlichen Verkehrs im Pariser Großraum namens „Ile-de-France Mobilités“ nutzen.

Mit dem Fernbus

Haben Sie schon einmal eine Anreise mit dem Fernbus in Betracht gezogen? Es handelt sich nach dem Zug um das umweltfreundlichste Verkehrsmittel, da sich somit die Anzahl der PKWs auf den Straßen reduziert. Das Streckennetz und die Verbindungen zwischen den Städten haben sich in Frankreich seit 2015 und dem sogenannten Macron-Gesetz, das den nicht-städtischen Busverkehr mit Fahrten von mehr als 100 km in ganz Frankreich vereinfacht hat, stark erweitert. Die Fahrt mit einem Reisebus ist eine gute Alternative zum Zug und zur Mitfahrgelegenheit. Diese Option ist auch für kleinere Budgets geeignet, da es oft sehr preiswert, und dennoch sehr komfortabel ist (freie Platzwahl, verstellbare Sitze, Stromanschluss, WLAN...). Alle größeren französischen Städte wie Paris, Lyon, Marseille, Toulouse, Bordeaux, Nantes, Straßburg usw. werden von Bussen bedient. -Tipp: Mit einem Vergleichsrechner die besten Angebote finden, z.B. mit Bus Radar. -Gut zu wissen: Es gibt zwei Hauptbusunternehmen, die durch Frankreich fahren. FlixBus hat die Busse von Isilines und Eurolines vereint und bietet das größte europäische Fernbusnetz mit stolzen 2.500 Zielen, darunter 120 französische Städte. Die Busse Ouibus und BlaBlaBus haben sich zu BlaBlaCar Bus zusammengeschlossen, und fahren insgesamt 400 Ziele in Frankreich und Europa an.

Fahrpläne von FlixBus und BlaBlaCar Bussen und Sitzplatzreservierungen finden Sie auf der Website und in der App SNCF Connect.

Mit dem Elektroauto

Wie wäre es, Frankreich mit dem E-Auto zu erkunden? Um durch Frankreich zu fahren oder einfach nur die Umgebung Ihres Aufenthaltsortes zu erkunden und dabei den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten, ist das Anmieten eines Elektroautos die beste Möglichkeit. Die meisten großen Autovermietungen (Avis, Sixt, Europcar...) haben ihr grünes Netz mit einem großen Angebot an Elektro- oder Hybridfahrzeugen ausgebaut. Und keine Sorge wegen des Aufladens: In ganz Frankreich gibt es bereits 80.000 Ladestationen (100.000 in naher Zukunft), um nachhaltige Mobilität zu erleichtern und zu fördern. Um die Ladestationen zu finden, bietet Chargemap eine interaktive Karte an, die regelmäßig aktualisiert wird. Um eine Ladestation auf den französischen Autobahnen und Nationalstraßen zu finden, können Sie auch die interaktive Karte auf der Website von Bison Futé aufrufen.

-Tipp: Einer Reiseroute folgen, die für Elektrofahrzeuge erstellt wurde. In der Normandie gibt es beispielsweise eine Tour in 6 Etappen vom Seine-Tal bis zur Bucht des Mont Saint-Michel, die sich besonders für E-Autos eignet.

-Gut zu wissen: Atout France, die französische Agentur für Tourismusentwicklung, und Enedis, der Betreiber des französischen Stromversorgungsunternehmen, haben zur Förderung der sanften Mobilität einen Leitfaden mit praktischen Tipps erstellt, um häufig gestellte Fragen von Reisenden zu beantworten.

Per Mitfahrgelegenheit

Es ist zwar offensichtlich, aber es ist trotzdem immer gut, noch einmal daran erinnert zu werden: Je mehr Personen ein Auto befördert, desto weniger CO2 wird pro Fahrgast ausgestoßen. Mithilfe von Mitfahrgelegenheiten kann man seine CO2-Bilanz verbessern und gleichzeitig andere Reisende und Einheimische kennenlernen… eine gute Idee, wenn man quer durch Frankreich fährt! BlaBlaCar ist die bekannteste und meistgenutzte französische App für Mitfahrgelegenheiten. Sie ist nun sogar die weltweit führende Plattform für Mitfahrgelegenheiten (die auch in anderen europäischen Ländern etabliert ist). Die Nutzung ist sehr einfach. Man muss nur seinen Start- und Zielpunkt sowie das gewünschte Datum eingeben und erhält eine Liste mit passenden Fahrten, die in der Regel zu sehr günstigen Preisen angeboten werden.

Um die angebotenen Fahrten zu sehen und eine Mitfahrgelegenheit in Frankreich zu buchen, besuchen Sie die BlaBlaCar-Website oder die BlaBlaCar-App.

-Gut zu wissen: In Frankreich gibt es auch einige kostenlose Mitfahrgelegenheiten, die keine Provisionen auf die Fahrten berechnet, wie z. B. die genossenschaftliche Webseite Mobicoop. In der App Rezo Mobicoop werden Mitfahrgelegenheiten und Fahrten per Anhalter in ganz Frankreich angeboten, auch für gelegentliche Fahrten.

Mit dem Fahrrad, zu Fuß oder zu Pferd, um sich Zeit zu lassen

In Paris gibt es nichts Besseres als eine Fahrt mit dem Fahrrad, um sich zu bewegen und die unumgänglichen Orte der Hauptstadt zu besichtigen.
© Jacques Lebar / Office de tourisme de Paris - In Paris gibt es nichts Besseres als eine Fahrt mit dem Fahrrad, um sich zu bewegen und die unumgänglichen Orte der Hauptstadt zu besichtigen.

Wenn es um nachhaltiges Reisen geht, gibt es natürlich nichts Besseres, als zu Fuß zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren. Die Fahrräder und E-Bikes, die man in allen großen französischen Städten in Selbstbedienung ausleihen kann, sind eine gute Möglichkeit zur umweltfreundlichen Erkundung. In Paris bietet das Verleihsystem Vélib' Métropole fast 20.000 Fahrräder, die über 1.400 Stationen in der Region Ile-de-France bedienen. Um die Erkundung des Natur- und Kulturerbes in Frankreich zu fördern, wurde ein großes Radwegenetz aus beschilderten Fahrradwegen und „Voies vertes“ (dt. grünen Wegen) mit speziellen Angeboten für Fahrradtouristen (am Gütesiegel „Accueil Vélo“ erkennbar ) auf ehemaligen Treidelpfaden, entlang von Flüssen und Kanälen oder auf stillgelegten Eisenbahntrassen aufgebaut.

Frankreich ist außerdem ein Paradies für Wanderfreunde mit insgesamt 80.000 km markierten Wanderwegen, davon 65.000 km Fernwanderwege, auf denen man die Nationalparks und regionalen Naturparks erkunden kann. Auch der Flusstourismus ist eine schöne Art und Weise, um es sich im Urlaub gutgehen zu lassen, vor allem mit dem Hausboot auf den schönen Kanälen Frankreichs, im Burgund, in der Bretagne oder in Okzitanien... 8.500 Kilometer Wasserstraßen sind über das ganze Land verteilt, davon sind 6.700 km mit dem Gütesiegel „Voies navigables de France“ (dt. Wasserstraßen Frankreichs) ausgezeichnet. Und wenn Sie gerne Reiten, dann ist eine Frankreichreise auf dem Pferderücken oder auf einem Esel vielleicht genau das Richtige Sie.

-Tipp: Sie sind ein Fan der Tour de France? Zur Erstellung Ihrer Reiseroute durch Frankreich finden Sie auf der Webseite von France Vélo Tourisme Streckenvorschläge und Etappen, die sich an ikonischen Radwegen wie zum Beispiel Loire à Vélo, Veloscénie oder Via Rhona orientieren.

Alles über Fahrradverleih in Selbstbedienung in Paris Planen Sie Ihre Fahrradroute in Frankreich mit France Vélo Tourisme

Von Pascale Filliâtre

Journalistin und Globetrotterin. Ich bin oft bis ans Ende der Welt gereist, um das zu suchen, was es in Frankreich gibt, ganz in der Nähe.