Paris durch die Magie von Filmen neu entdecken

ParisKultur und Kulturerbe

Midnight in Paris von Woody Allen
© Roger Arpajou / 2011 Mediapro, Versátil Cinema, & Gravier Productions - Midnight in Paris von Woody Allen

Lesezeit: 0 MinVeröffentlicht am 2 November 2020

Paris und die Filmwelt: eine große und ewige Liebesgeschichte! Die Lichterstadt ist und bleibt für Regisseure und Drehteams eine wunderbare Filmkulisse. Begeben Sie sich vom Eiffelturm bis zu den Ufern der Seine auf die Spuren von beliebten Drehorten…

Der Eiffelturm

Wir beginnen diese Tour mit dem Symbol der französischen Hauptstadt: Der Eiffelturm ist aus Filmen, die in Paris spielen nicht wegzudenken. Die Grande Dame aus Stahl ist weltweit derart bekannt, dass sie auf zahlreichen Filmplakaten abgebildet ist (Le ballon rouge, Le dernier métro, Benjamin Gates, Ratatouille, On connait la chanson…). Viel mehr ist er natürlich in Filmen zu sehen, in denen er oft eine zentrale Rolle spielt, wie in Le Mystère de la Tour Eiffel, À l’assaut de la Tour Eiffel und L’Homme de la Tour Eiffel. Auch in Kinohits hat er einen ganz bemerkenswerten Auftritt: wir erinnern uns an Roger Moore, der die endlose Treppe dieser Sehenswürdigkeit hinaufsteigt, als er Grace Jones in Dangereusement vôtre verfolgt, oder Mimi-Siku, der den Turm mit bloßen Händen besteigt/hochklettert in Un Indien dans la ville oder auch noch Jackie Chan und Chris Tucker, die sich einen erbitterten Kampf im Restaurant Jules Vernes in Rush Hour 3 liefern. Wenn manche Filmemacher diese architektonische Ikone in ihren Filmen vergöttern, machen sich andere Regisseure einen Spaß daraus, ihn nicht zu verschonen. In Independance Day, Armageddon, La Grande Course autour du monde und Mars Attack sehen wir zu, wie der Eiffelturm durch Meteoriten, Kanonenkugel oder Laserstrahlen vollkommen zerstört wird. Zum Glück handelt es sich nur um Fiktionen!

Die Champs Élysées, bei Sonnenschein oder bei Regen

Neben dem Eiffelturm und dem Triumphbogen gibt es einen weiteren Ort in Paris, der sich als perfekter Rahmen für eine Filmszene erweist: die Champs Élysées. Auch wenn die Liste der Filme lang ist, die die berühmte Prachtstraße in den Vordergrund stellen, gibt es eine Filmszene, die uns besonders in Erinnerung bleibt: Jean Seberg im Kultfilm A bout de souffle (Außer Atem), als sie in ihrem taillierten weißen T-Shirt die Champs Élysées hinauf und hinunter läuft und die New York Herald Tribune an Passanten verteilt und auf Jean-Paul Belmondo trifft.

Spannende Bar-Szenen

Ah, das kleine Pariser Bistro… Das Kino mag es bewusst oldschool, mit der Zinktheke, den schrägen Spiegeln, den karierten Tischdecken und den Rattanstühlen auf der Terrasse. Schöne Variationen davon sind in zahlreichen Filmen zu sehen, wie zum Beispiel in Paris (Aux Folies, 8 rue de Belleville), OSS 117, Le Caire nid d'espions (Auberge Pyrénées Cévennes, 106 rue de la Folie-Méricourt) und Die fabelhafte Welt der Amélie (Café des deux moulins, 15 rue Lepic). Aber die Goldene Palme geht an das Bistrot La Renaissance (112 rue Championnet), ein echter Star unter den Locationscouts, denn es diente als Kulisse für unterschiedliche Produktionen wie Le Sang des autres, Les Ripoux und sogar Inglorious Basterds von Quentin Tarantino!

Das große Restaurant

In Paris isst man auch vorzüglich! Kein Wunder also, wenn große Pariser Restaurants so oft vor der Kamera stehen - ob diese eher glamourös wie Lapérouse auftreten (wo Serge Gainsbourg Jane Birkin in Gainsbourg (heroisches Leben) trifft) oder richtig pompös mit Kronleuchtern und Glasdach wie in La grande cascade (wo Catherine Deneuve auf der Terrasse in Belle de Jour auf jemanden wartet). Die Pariser Restaurants sind auch eine Quelle der Inspiration für Zeichentrickfilme. Das berühmte Chez Gusteau von Ratatouille ist eine ausgezeichnete Nachbildung des Restaurants La Tour d'Argent, das auf die Tournelle-Brücke blickt. Aber wenn ein Filmteam sich in ein großartiges Pariser Restaurant einlädt, muss alles manchmal auf den Kopf gestellt werden. Der Beweis: In Nikita entscheidet sich Anne Parillaud dafür, die Küche des Train Bleu mit einer schweren Waffe zu zertrümmern, anstatt ihre Champagnerflöte im eleganten Rahmen des Restaurants genüsslich auszutrinken.

Ikonisches Montmartre

Montmartre und das Kino, das ist eine alte Geschichte. Von L'Assassin habite au 21 bis 400 Coups über French Cancan wurden auf dem berühmten Pariser Hügel einige der größten Klassiker des französischen Films gedreht. Eine Tradition, die bis heute andauert. So zaubert der Duft von Montmartre in Die fabelhafte Weit der Amelie vom Marché de la Butte aux Vignes in der Rue Saint-Vincent über den Square Willette am Fuße der Sacré-Coeur ein. Und auch wenn die Kamera sich nicht in Montmartre befindet, so ist Montmartre selbst aber der Star in manchen Szenen. In Ein Amerikaner in Paris und in Moulin rouge! sind viele Szenen zu sehen, die sich in einem nachgebauten farbenfrohen Montmartre abspielen.

Romantik entlang der Uferpromenade

Was könnte romantischer sein als ein Nachtspaziergang auf den Brücken und Kais von Paris? Schauen Sie nur Marion Cotillard und Owen Wilson beim Flanieren auf den Kais in Midnight in Paris zu ... Aber diese Drehorte werden manchmal für andere Zwecke verwendet. Wenn also Leonardo di Caprio in Inception über die Bir-Hakeim-Brücke geht oder Matt Damon sich in The Bourne identity dem Pont Neuf nähert, haben sie nicht gerade die liebevollsten Absichten ... Aber die Ufer der Seine bleiben zweifellos der ideale Rahmen, um eine Liebesgeschichte zu erzählen. Unter den unzähligen verfilmten Beweisen erinnern wir uns gerne an den Spaziergang von Cary Grant und Audrey Hepburn am Quai de Montebello in Charade im Jahr 1963. Lustig ist es übrigens zu merken, dass Audrey Hepburn ein paar Monate später genau an diesen Orten William Holden in Zwei verrückte Köpfe und dann Peter O'Toole in Wie man eine Million Dollar stiehlt verführen wird. Aber wie sie selbst sagte: "Paris ist immer eine gute Idee"...

Von Julien Hirsinger

Journalist