In den Gärten der Loire-Schlösser

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Das Schloss Amboise und seine Gärten im Loiretal.
© Léonard de Serres - Das Schloss Amboise und seine Gärten im Loiretal.

Lesezeit: 0 MinVeröffentlicht am 6 Mai 2019

Ob im französischen oder englischen Stil, geometrisch oder wildwüchsig, mit köstlichen Gemüsegärten oder duftenden Rosensträuchern - die immerfort in voller Blüte stehenden Landschaftsgärten und -parks des Loiretals begeistern die Besucher genauso sehr wie die Schlösser selbst. Erleben Sie, ganz wie zur Zeit der Renaissance, die Verschmelzung von Gartenbaukunst und Lebensphilosophie.

Die Schlossgärten von Villandry

Das Schloss Villandry und seine berühmten Gärten im Loiretal.
© ADT Touraine/Loïc Lagarde - Das Schloss Villandry und seine berühmten Gärten im Loiretal.

Die berühmtesten Gärten des Loiretals bezaubern auf den ersten Blick. Perfekt symmetrisch angelegte Blumenbeete, harmonische Blumenkompositionen... diese grünen Gemälde bieten den Besuchern von Terrasse zu Terrasse nichts Geringeres als perfekte Schönheit. Hier ein Labyrinth zum Spielen, dort ein schachbrettartig angelegter Gemüsegarten. Der Ziergarten mit seinen harfenförmigen Buchsbäumen vermittelt das Gefühl, ein Musikzimmer zu betreten. Wasser- und Sonnengarten fangen beide das Licht und die Träume von Sommerabenden ein, während der Kräutergarten alle Interessierten in die Geheimnisse von Gewürz- und Heilpflanzen einweiht.

Château de Villandry

Der Garten von Katharina von Medici im Schloss Chenonceau

Der Garten von Katharina von Medici im Schloss Chenonceau im Loiretal.
© ADT Touraine/Loïc Lagarde - Der Garten von Katharina von Medici im Schloss Chenonceau im Loiretal.

Im Schloss der rivalisierenden Damen Diane de Poitiers und Katharina von Médici besitzt jede ihren eigenen Garten. Der Garten von Diane de Poitiers beeindruckt durch acht großen Rasendreiecke, durch mit Eiben, Spindelsträuchern, Buchsbäumen und Lorbeerschneeball bepflanzte Terrassen und streng geometrisch angelegte Blumenbeete. Der Garten der Katharina von Medici dagegen wirkt persönlicher. Von ihm aus genießt man - umgeben von Stammrosen, Efeu, Lavendelbüschen und Springbrunnen - einen wunderschönen Blick auf die Westfassade des Schlosses und die berühmte Galerie über dem Cher-Fluss.

Château de Chenonceau

Leonardos Garten im Schloss von Clos Lucé

Leonardos Garten im Schloss von Clos Lucé im Loiretal
© Léonard de Serres - Leonardos Garten im Schloss von Clos Lucé im Loiretal

Auf Einladung des französischen Königs François I. verbrachte Leonardo da Vinci seine letzten drei Lebensjahre im Schoss Clos Lucé. In dieser Zeit widmete er sich ganz der Vollendung seiner genialen Erfindungen. Während eines Spazierganges im überaus malerischen englischen Garten von Leonardo, beginnt man den Einfluss, den die Natur auf sein Werk hatte, besser zu verstehen. Grotten, Quellen, Aussichtspunkte und Wasserfälle, ein Becken umgeben von jahrhundertealten Pinien, Eiben und italienischen Zypressen, Rosengärten und eine kleine, charmante zweistöckige Brücke - der spielerische und zugleich lehrreiche Landschaftspfad führt an 20 lebensgroßen Maschinen und 40 riesigen Zeichnungen und Bildern vorbei. Eine geistreiche Darstellung der Erfindungen Leonardo da Vincis inmitten in der Natur.

Château du Clos Lucé

Der Garten von Neapel im Königsschloss Amboise

Die Gartenanlage des Schloss Amboise
© FSL - Die Gartenanlage des Schloss Amboise

Es ist die letzte Landschaftsgestaltung dieses stolzen Schlosses mit Blick auf die Loire, in dem auch Leonardo da Vinci begraben liegt. Der Garten von Neapel ist ein Beispiel für den italienischen Einfluss in der Vergangenheit. Er war der erste Garten des Königsschlosses Amboise, der hier im 15. Jahrhundert von einem neapolitanischen Mönchsgärtner entworfen wurde. So wie in den toskanischen Villen der Medicis trennen Terrakotta-Töpfe die Blumenbeete voneinander ab und markieren die je nach Jahreszeit wechselnde pflanzliche und farbliche Zusammenstellung. Ein herrlicher Ort zum Meditieren mit einem Panoramablick auf den breiten Fluss.

Château d'Amboise

Die Gärten der Domaine National de Chaumont-sur-Loire

Die Ländereien von Chaumont-sur-Loire im Loiretal ist bekannt für ihr internationales Gartenfestival.
© Eric Sander - Die Ländereien von Chaumont-sur-Loire im Loiretal ist bekannt für ihr internationales Gartenfestival.

Das Schloss Chaumont-sur-Loire mit Blick auf die Loire wirkt wie ein echtes Märchenschloss. Jedes Jahr werden hier während des internationalen Gartenfestivals fantasievolle Pflanzenkreationen weltberühmter Künstler und Landschaftsgärtner präsentiert. Außerhalb des Wettbewerbes laden die schönen Alleen und hübschen bunten Blumenbeete zu allen vier Jahreszeiten zu romantischen Spaziergängen ein.

Domaine National de Chaumont-sur-Loire

Der Landschaftspark des Schloss Azay-le-Rideau

Das malerische Schloss Azay-le-Rideau im Loiretal.
© Léonard de Serres/CMN - Das malerische Schloss Azay-le-Rideau im Loiretal.

Das auf einer Insel zwischen zwei Flussarmen erbaute Schloss Azay-le-Rideau ist der Inbegriff des Romantismus. Der große, kürzlich restaurierte Landschaftspark im englischen Stil steuert maßgeblich dazu bei: Buschalleen, sanfte Biegungen, überraschende Aussichtspunkte, blumenreiches Unterholz und Wasserspiegeln, in denen sich unaufhörlich die Schönheit und Ruhe des Ortes widerspiegeln.

Château d'Azay-le-Rideau

Die Schlossgärten von Chambord

Blick vom Garten auf das Schloss Chambord im Loiretal
© Sébastien Rio - Blick vom Garten auf das Schloss Chambord im Loiretal

Sie umfassen 6,5 Hektar und befinden sich am Fuß der Nordfassade. Einige Zahlen genügen, um ihre im Jahr 2017 wiedererlangte Pracht zusammenzufassen: 600 Bäume, 800 Sträucher, 200 Rosenstöcke, 15.250 Pflanzen und 18.874 m² Rasenfläche. Die Gärten des Schlosses Chambord, welche die größte und majestätischste Gartenanlage der Loire-Schlösser darstellen, wurden vom französischen König François I. in Auftrag gegeben und von Leonardo da Vinci entworfen, was ein Restaurierungsprojekt dieser Größenordnung durchaus rechtfertigte. Einfach königlich!

Château de Chambord

Von Pascale Filliâtre

Journalistin und Globetrotterin. Ich bin oft bis ans Ende der Welt gereist, um das zu suchen, was es in Frankreich gibt, ganz in der Nähe.