Das größte Radrennen der Welt wird in Frankreich als ein nationales Denkmal angesehen und ist fast so beliebt wie der Eiffelturm und die 360 Käsesorten! Jedes Jahr im Juli durchquert die Tour de France die schönsten Landschaften des Hexagons. Hier die wichtigsten Infos im Überblick.
Die "große Schleife"

Seit mehr als einem Jahrhundert schreibt die Tour de France Sportgeschichte und legt Jahr für Jahr beeindruckende Distanzen zurück. In den ersten drei Juliwochen bewältigen 22 Teams mit jeweils acht Fahrern mittlerweile mehr als 3.000 Kilometer. Die 176 Teilnehmer durchqueren auf 21 Etappen in 23 Tagen einige der schönsten Landschaften Frankreichs – mit lediglich zwei Ruhetagen. Mehr als ein Drittel der französischen Départements liegt entlang der Strecke, deren Verlauf jedes Jahr neu gestaltet wird.
Die Tour de France der Frauen

Seit 2022 ist die Grande Boucle nicht mehr ausschließlich den Männern vorbehalten. Auf Initiative von Marion Rousse, ehemaliger französischer Straßenrad-Meisterin und TV-Expertin, gibt es nun auch eine Tour de France für Frauen. Damit rückt der Frauenradsport stärker ins Rampenlicht und inspiriert eine neue Generation junger Sportlerinnen und Zuschauerinnen. Als erste Siegerin der Tour de France Femmes schrieb die Niederländerin Annemiek van Vleuten Geschichte.
Die fünfte Ausgabe startet am 1. August in Lausanne und endet acht Tage später an der berühmten Promenade des Anglais in Nizza. Mehr als 1.000 Kilometer führen die Fahrerinnen durch Frankreich, bevor sie an der Côte d’Azur ihr großes Finale erleben.
Der Beginn

Die erste Tour de France fand 1903 statt: 60 Teilnehmer radelten bis zu 18 Stunden am Stück, Tag und Nacht, um die 6 Etappen- Paris-Lyon, Lyon-Marseille, Marseille-Toulouse, Toulouse-Bordeaux, Bordeaux-Nantes et Nantes-Paris – am Ende insgesamt 2300 km - zu bewältigen!
Jagd auf das gepunktete Trikot

Die Bergetappen sind die bekanntesten und werden am meisten umkämpft. Man muss gesehen haben, wie die Radsportler die Pässe in Angriff nehmen und dann mit über 100 km/h wieder hinuntersausen! Legendär sind die Anstiege von Galibier und Tourmalet in den Pyrenäen und Alpen! Den besten Fahrer belohnen sie mit dem gepunkteten Trikot!
Der Liebling

Was die Anzahl der Siege pro Nation betrifft, so führt Frankreich mit 36, gefolgt von Belgien (18) und Spanien (12). Liebling der Tour jedoch ist Eddy Merckx mit einem Rekord von 111 Tagen im Gelben Trikot. Der Belgier gewann 5 mal die Tour de France, so wie auch Jacques Anquetil, Bernard Hinault und Michael Indurain.
Das Gelbe Trikot

Das Gelbe Trikot wird von dem Fahrer mit der geringsten benötigten Gesamtfahrzeit getragen. (Hierzu wird die von den Fahrern benötigte Zeit aller Etappen addiert.) Die Tradition geht auf das Jahr 1919 zurück und hat nichts zu tun mit der Julisonne oder den Sonnenblumenfeldern am Rande der Strecke. Die Farbe entspricht den Seiten der Zeitschrift "L'Auto", Gründer und Organisator des Wettbewerbs zu jener Zeit.
Im Scheinwerferlicht

Die Tour de France ist die drittgrößte Sportveranstaltung weltweit hinter den Olympischen Spielen und der Fußballweltmeisterschaft, begleitet von 600 Medien und 2.000 Journalisten! Das Rennen wird von 100 Fernsehsendern in 130 Ländern ausgestrahlt und von 3,5 Milliarden Zuschauern während 6300 Stunden Sendezeit verfolgt.
Auf der Zielgerade... die Champs-Elysées

Jedes Jahr beginnt die Tour in einer anderen Stadt, in Frankreich oder in einem Nachbarland. Dagegen endet seit 1975 die „Große Schleife“ mit dem triumphalen Einzug der Radsportler auf den Champs Elyséees in Paris. Für den Endspurt muss es einfach die schönste Allee der Welt sein!
Und der Gewinner ist...

Vom Himmel aus, gefilmt von Hubschraubern und Drohnen, rollt die Tour wie eine langes Band durch die schönsten Landschaften Frankreichs, von den Hainen der Normandie bis zu den Gipfeln der Alpen, den Küsten der Bretagne bis zu den Stränden der Côte d’Azur. 2017 wurde der 2361 m hohe Pass Izoard in den Hautes-Alpes zur "schönsten Landschaft der Tour" gewählt.
Weitere Informationen: Offizielle Webseite der Tour de France (engl.)
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Weitere Informationen:

Von Pascale Filliâtre
Journalistin und Globetrotterin. Ich bin oft bis ans Ende der Welt gereist, um das zu suchen, was es in Frankreich gibt, ganz in der Nähe.








