Die Jakobswege in Frankreich

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Conques im Département Aveyron liegt auf dem Jakobesweg.
© R. Combal / CDT Aveyron / CRT Occitanie - Conques im Département Aveyron liegt auf dem Jakobesweg.

Lesezeit: 0 MinVeröffentlicht am 21 Mai 2013

Bereits seit mehr als 1.000 Jahren wandern Heerscharen auf einem der bekanntesten Pilgerwege der Welt nach Santiago de Compostela. Aus ganz Europa strömten Pilger dabei vor allem zwischen dem 11. und dem 15. Jahrhundert zum Grab des Apostels Jakobus, der als einer der Jünger Jesu im spanischen Mittelmeerraum Missionsarbeit leistete. Durch ein aufkeimendes reformatorisches Weltbild in Vergessenheit geraten, erlebten Pilgerreisen auf dem Jakobsweg erst während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts allmählich eine Renaissance.

Pilgern mit Gott in Frankreich

Auch wenn im Grunde jeder Weg zu einem ganz persönlichen Jakobsweg werden kann, so existieren in Frankreich selbst vier historisch gewachsene Pilgerrouten mit guter Infrastruktur, deren Wegverlauf erstmals im 12. Jahrhundert im Codex Calixtinus beschrieben wurde: Während die Via Turonensis aus Paris, die Via Lemovicensis aus Vézelay und die Via Podiensis aus Le Puy-en-Velay im Baskenland am Fuße der Pyrenäen in der Nähe von Ostabat-Asme ineinander übergehen und in Spanien durch den berühmten klassischen Camino Francés ihre Fortführung finden, stößt die Via Tolosana aus Arles erst in Spanien selbst auf diese Route. Den Wegesrand dieser vier Hauptrouten säumen insgesamt 49 geschichtsträchtige und erhabeneUNESCO-Welterbestätten mit christlichem Charakter.

Praktisches und Wissenswertes für angehende Pilger

Den Spuren der Expansion des Christentums im Mittelalter kann man beliebig zu Fuß, per Fahrrad oder auch auf dem Rücken eines Pferdes folgen. Auch wenn viele Pilger die Jakobswege als Quelle spiritueller Inspiration und innerer Einkehr verstehen, so begeben sich heutzutage auch viele auf Pilgerschaft, um ihrer Abenteuerlust zu frönen oder sich einer sportlichen Herausforderung zu stellen. Echte Jakobspilger erkennt man dabei an der mitgeführten Jakobsmuschel, welche unterwegs als blaues Symbol mit gelben Strahlen auch als Wegmarkierung dient. Orientieren kann man sich darüber hinaus aber ebenfalls an der für die französischen Fernwanderwege typischen weiß-roten Streifenmarkierung.

Im Hinblick auf eine Dokumentation der Wegetappen sollte man sich noch vor Reisebeginn bei einer der zahlreichen Jakobusgesellschaften einen offiziellen Pilgerpass, auch Pilgerausweis genannt, besorgen. Dessen Seiten kann man von vielen Kirchen, Klöstern, Rathäusern und Postämtern entlang des Weges abstempeln lassen. Um in Santiago schließlich die begehrte Compostela, die offizielle Pilgerurkunde, in Empfang nehmen zu können, ist mithilfe von zwei Stempeln pro Tag der Nachweis zu erbringen, dass man entweder die letzten 100 Kilometer zu Fuß oder die letzten 200 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt hat. Kirchliche Vorschriften zur exakten Wegführung gibt es dabei nicht.

Neben Jugend- und Wanderherbergen (gîtes d’étape) bieten auch die nur mit einem gültigen Pilgerpass zugänglichen Pilgerherbergen (refuges pèlerin) und Klöster für etwa 10 bis 25 € eine günstige Übernachtungsmöglichkeit. Von beständigem und mildem Klima kann man vor allem im Zeitraum Mitte Mai bis Ende September profitieren. Je nach Kondition und Zeitbudget sollten die Streckenlängen individuell festgelegt werden; pro Tag sind in aller Regel 15 bis 35 Kilometer üblich. Neben bequemer, strapazierfähiger und multifunktionaler Kleidung sollte unbedingt an gut eingelaufene Wanderstiefel oder Trekkingschuhe gedacht werden. Für den Gepäcktransport, der auf größeren Etappen auch an spezialisierte Fahrdienstleister abgegeben werden kann, empfiehlt sich ein spezieller Wanderrucksack für 12 bis 15 Kilo Packgewicht.

Von France.fr

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