Alles Wissenswerte über Raclette in 5 Minuten

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Raclette Käse
© frederique wacquier / iStock - Raclette Käse

Lesezeit: 0 MinVeröffentlicht am 7 Oktober 2020

Wenn Sie einen Franzosen fragen würden, welches typische Herbst- oder Wintergericht er gerne isst, wird dieser sehr wahrscheinlich Raclette erwähnen. Die Blätter fallen, während der Käse schmilzt. Aber was genau ist dieser berühmte Käse, der in dem gleichnamigen Gericht verwendet wird? Und wo liegen die Unterschiede zu Raclette, wie man es im deutschsprachigem Raum gern an Silvester oder Weihnachten isst? Hier erfahren Sie alles, was Sie über dieses traditionelle Gericht aus den französischen Bergen wissen müssen.

Die Geschichte des traditionnellen "Raclette"

Raclette stammt ürsprünglich aus der Schweiz.
© margouillatphotos / iStock - Raclette stammt ürsprünglich aus der Schweiz.

Obwohl Raclette in Frankreich unglaublich beliebt ist, ist es ursprünglich ein Schweizer Gericht, das im Mittelalter von Bauern und Hirten gegessen und bereits 1291 in Schriften erwähnt wurde. Die Bauern schmolzen einen Teil des Käserades auf dem Kamin, bevor sie es abkratzten und auf geröstetem Brot aßen.

Diese rustikale Methode wird in einigen Restaurants immer noch angewendet. Die meisten französischen Haushalte haben jedoch ein elektrisches Raclette-Gerät, das aus einer Heizquelle und kleinen Pfannen besteht, in dem der Käse geschmolzen werden kann. Raclette ist fester Bestandteil der französischen Küche.

Raclette: der Käse

Raclette-Käse aus Frankreich
© Beton studio / iStock - Raclette-Käse aus Frankreich

Raclette ist ein halbharter Käse aus pasteurisierter Kuhmilch. Man findet ihn entweder in Scheiben geschnitten oder als Rad, um allen Zubereitungstechniken gerecht zu werden.

Es gibt eine Vielzahl von Raclette-Käsesorten. Am besten sollte man zu einem guten Käseladen gehen und sich über die verschiedenen Sorten beraten lassen.

Frankreich zählt zwei Hauptregionen, die Raclette produzieren: die Départements Savoie und Franche-Comté. Raclette wird außerdem auch in der Schweiz, in Australien und in Québec produziert.

Was isst man in Frankreich zu Raclette?

  • Kartoffeln: Raclette-Käse muss auf Kartoffeln serviert werden. Idealerweise frische Kartoffeln, die Sie vorher entweder dämpfen oder kochen können. Servieren Sie sie warm.
  • Delikatessen: Wenn Sie dem traditionellen Schweizer Rezept folgen möchten, müssen Sie Raclette mit etwas Bisonfleisch essen. Bei der französischen Version von Raclette__ können Sie jedoch die Wurstwaren, die Ihnen gefallen, servieren. Für italienische Aromen passen am besten Schinken und Salami, und für einen Spanischen Touch können Sie es mit Schinken und Chorizo probieren.
  • Gemüse: Manche essen auch gerne Gemüse zu Raclette. Pilze, Paprika, Brokkoli, Zucchini, Spargel, Blumenkohl und Pak Choy sind in Frankreich klassische Beilagen.
  • Was trinkt man zum Raclette? Ein milder Weißwein wie Riesling ist eine naheliegende Wahl, aber Sie können Raclette auch mit einem Glas Rotwein, zum Beispiel einem Pinot Noir, genießen. Wenn Sie kein großer Fan von Wein in Kombination mit Käse sind, ist Bier auch eine gute Option.

Wie isst man Raclette im deutschsprachigen Raum?

In der Weihnachtszeit trifft man sich in Deutschland und Österreich gern zum Raclette-Abend. Der Zutatenliste sind hier keine Grenzen gesetzt. Gemüse wie Paprika, Mais, Brokkoli, Blumenkohl und Karotten, aber auch Pilze, Fleisch und Wurstwaren werden hier in die kleinen Pfännchen gefüllt. Überbacken wird das Ganze dann oft mit Mozzarella, Emmentaler oder Gouda. Raclette - der Schweizer Käse, der diesem Gericht seinen Namen verliehen hat - findet seinen Weg allerdings im deutschsprachigen Raum oftmals nicht mehr auf den Tisch. Liegt es vielleicht an seinem intensiven Geschmack?

In der Schweiz ist Raclette ein beliebtes Nationalgericht. Die Köstlichkeit gibt es schon seit dem 12. Jahrhundert und hat den Wallisern zu verdanken. Damals begannen die Bauern und Hirten im Wallis, Käse über dem offenen Feuer zu schmelzen und ihn dann auf ihr Brot zu streichen. Erst im 20. Jahrhundert gelangte die Bauernmahlzeit von den Alpen in die Täler. Der Name Raclette kommt vom französischen Begriff "racler" (abschaben). Zum Raclette gehören in der Schweiz kleine Pellkartoffeln, Essiggurken, Silberzwiebeln, Gschwellti und Senffrüchten. Verwendet wird die Schweizer Käsesorte Raclette, einen würzigen Halbhartkäse, der aus unpasteurisierter Milch hergestellt wird. Auch moderne Varianten des beliebten Schmelzkäses haben sich durchgesetzt: mit Pfeffer, Safran, Chili, Trüffel usw. Oft werden auch Fleisch, Fisch oder Gemüse auf der Multifunktions-Platte des Raclette-Geräts gebraten.

Anschließend können Sie Zitrone oder Orange mit Nelken bestücken und im Raum verteilen – so "duftet" der Raum nicht mehr nach Raclette!

Von France.fr

Die Website France.fr erzählt Ihnen von einem aussergewöhnlichen Frankreich, dass die Tradition neu belebt und die Kreativität pflegt. Ein Frankreich, dass weit über das hinausgeht, was Sie sich vorstellen...