Französische Bahnhöfe sind weit mehr als reine Verkehrsknotenpunkte. Seit über 150 Jahren erzählen sie von technischer Innovation, architektonischen Strömungen und der Kunst des Reisens. Unter imposanten Glasdächern, zwischen Stein und Stahl, entsteht eine besondere Atmosphäre – entschleunigt, neugierig, manchmal leicht nostalgisch. Von Straßburg bis Nizza, von Bordeaux bis Paris: Begleiten Sie uns auf einer Reise zu den eindrucksvollsten Bahnhöfen Frankreichs.
Der Bahnhof von Straßburg – der europäischste
Strasbourg, Frankreich

In Straßburg beginnt die Reise unter einer monumentalen Glas- und Stahlkonstruktion. Dahinter verbirgt sich ein architektonisches Juwel aus dem 19. Jahrhundert, entworfen von Johann Eduard Jacobsthal. Die neorenaissancezeitliche Fassade erinnert an die Pracht der Kaiserzeit. Nach einer umfassenden Restaurierung erstrahlen Buntglasfenster, verzierte Decken und elegante Salons wieder in neuem Glanz. Im ehemaligen kaiserlichen Salon, heute „Grand Voyageur“, soll bald ein gehobenes Restaurant eröffnen. Als offener Verkehrsknotenpunkt verbindet der Bahnhof Frankreich, Deutschland und die Schweiz – ein stilvoller Treffpunkt im Herzen Europas.
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Der Bahnhof Metz-Ville – der geschichtsträchtigste
Metz, Frankreich

Der Bahnhof von Metz wirkt wie eine Kathedrale aus hellem Naturstein. Er wurde zwischen 1905 und 1908 errichtet, in einer Zeit, als Elsass-Lothringen zum Deutschen Reich gehörte. Monumentale Bögen, ein 40 Meter hoher Uhrturm und kunstvolle Glasfenster prägen dieses neoromanische Bauwerk von Jürgen Kröger. Heute ist der Bahnhof als historisches Monument geschützt und mehrfach als einer der schönsten Bahnhöfe Frankreichs ausgezeichnet worden. Nur wenige Schritte vom Stadtzentrum entfernt, ist er das ideale Tor zur Entdeckung von Metz, seiner Gärten und seines einzigartigen Lichts.
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Gare de Lyon (Paris) – die ikonischste
Paris, Frankreich

Mit ihrem markanten Uhrturm ist die Gare de Lyon ein Symbol des eleganten Reisens. Sie wurde zur Weltausstellung 1900 eröffnet und verbindet Belle-Époque-Pracht mit moderner Funktionalität. Das legendäre Restaurant „Le Train Bleu“, denkmalgeschützt und reich dekoriert, zelebriert bis heute die Kunst des Reisens. Als lebendiger Treffpunkt vereint der Bahnhof Cafés, Geschäfte und Arbeitsbereiche – ein Ort zwischen Aufbruch und Ankunft, zwischen Paris und dem Süden Frankreichs.
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Gare du Nord (Paris) – die meistfrequentierte Europas
Paris, Frankreich

Mehr als 200 Millionen Reisende passieren jedes Jahr die Gare du Nord. Der im 19. Jahrhundert von Jacques Hittorff entworfene Bahnhof verbindet Paris mit London, Brüssel oder Amsterdam. Die neoklassizistische Fassade mit ihren Statuen europäischer Städte zeugt vom Selbstbewusstsein des Eisenbahnzeitalters. Derzeit im Wandel begriffen, entwickelt sich der Bahnhof zu einem modernen urbanen Zentrum mit begrünten Vorplätzen, neuen Wegen, Geschäften und kulturellen Räumen – ein pulsierender Knotenpunkt zwischen Geschichte und Zukunft.
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Der Bahnhof Lyon Saint-Exupéry – der futuristischste
Colombier-Saugnieu, Frankreich

Dieser Bahnhof, entworfen von Santiago Calatrava, gleicht einem Vogel aus Glas und Stahl. Mit seinen dynamischen Linien scheint er über der Ebene von Lyon zu schweben. Direkt an den Flughafen angebunden, steht er für Bewegung, Leichtigkeit und visionäre Architektur. Ein Ort zwischen Himmel und Erde – spektakulär und einzigartig.
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Der Bahnhof Limoges-Bénédictins – der künstlerischste
Limoges, Frankreich

Seit 1929 prägt der Bahnhof von Limoges mit seiner grün schimmernden Kuppel und der vierseitigen Uhr das Stadtbild. Das Art-déco-Meisterwerk von Roger Gonthier beeindruckt durch Schmiedearbeiten, Glasfenster und eine erhöhte Bahnhofshalle – eine Seltenheit in Europa. Noch immer in Betrieb, ist er ein stolzes Symbol regionaler Handwerkskunst. Geführte Besichtigungen ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen dieses poetischen und funktionalen Bauwerks.
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Der Bahnhof von Rennes: der innovativste
Rennes, Frankreich
In Rennes öffnet sich der Bahnhof lichtdurchflutet zur Stadt. Helle Hölzer, Glasflächen und klare Linien prägen das moderne Design. Im Zuge der Hochgeschwindigkeitsstrecke konzipiert, verbindet ein schwebender Hallenraum den Norden und Süden der Stadt. Begrünte Plätze, Geschäfte und Ruhezonen machen den Bahnhof zu einem entspannten urbanen Treffpunkt – modern, lebendig und ganz im Geist der bretonischen Hauptstadt.
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Der Bahnhof Nice-Ville: der mediterranste Bahnhof
Nice, Frankreich

Zwischen Palmen und Mittelmeer versprüht der Bahnhof von Nizza den Charme der Belle Époque. Entworfen von Louis Bouchot, besticht er durch reich verzierte Fassaden, filigrane Metallarbeiten und südliches Licht. Nur wenige Minuten vom Meer entfernt, verkörpert er die Eleganz der Côte d’Azur. Sorgfältig restauriert, verbindet er historisches Flair mit zeitgemäßem Komfort – eine sonnige Etappe zwischen Tradition und Moderne.
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Der Bahnhof Saint-Jean in Bordeaux – der majestätischste
Bordeaux, Frankreich

Der Bahnhof Saint-Jean, entworfen von Marius Toudoire und gekrönt von einer Glasüberdachung im Stil Gustave Eiffels, steht für die industrielle Größe Bordeaux’. Ende des 19. Jahrhunderts erbaut, vereint er hellen Stein, Metall und Licht zu einer eindrucksvollen Komposition. Als historisches Monument geschützt, beherbergt er restaurierte Glasfenster, Skulpturen und Fresken. Offen zur Garonne und bestens in das Stadtleben eingebunden, verbindet er Eleganz mit der lebendigen Atmosphäre der Stadt.
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Der Bahnhof Montpellier Saint-Roch – der lichtdurchflutetste
Montpellier, Frankreich
Transparenz, Grünflächen und Offenheit prägen den Bahnhof Saint-Roch im Herzen von Montpellier. Hier treffen Züge, Straßenbahnen und Fahrräder in einem fließenden urbanen Rhythmus aufeinander. Durchlässige Stege, begrünte Innenhöfe und belebte Terrassen machen den Bahnhof zu einem Ort zum Verweilen – ein sonniger Aussichtspunkt auf das entspannte Lebensgefühl des Südens.
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Der Bahnhof Toulouse-Matabiau – der historischste im Südwesten
Toulouse, Frankreich

Mit seiner Fassade aus rosafarbenem Backstein und großen Glasdächern verkörpert Matabiau die Seele von Toulouse. Ende des 19. Jahrhunderts von Marius Toudoire erbaut, verbindet er industrielle Eleganz mit südlicher Wärme. Als denkmalgeschützter Bahnhof ist er Ausgangspunkt zu Meer, Bergen und Weinlandschaften Okzitaniens. Unter den kunstvoll gestalteten Decken liegt noch immer der Zauber einer Zeit, in der Zugreisen bereits als Lebenskunst galten.
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Der Bahnhof Marseille Saint-Charles – der eindrucksvollste
Marseille, Frankreich

Hoch über der Stadt thront der Bahnhof Saint-Charles, erreichbar über eine monumentale Treppe. Seit seiner Eröffnung 1848 blickt er wie ein Balkon auf Marseille und das Mittelmeer. Heller Stein, historische Metallarbeiten und sonnendurchflutete Hallen prägen das Bild. Von hier schweift der Blick über Dächer, Hügel und bis zum Meer – ein Ort des Aufbruchs, der Begegnung und des mediterranen Lichts.
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Der Bahnhof Nantes – der nachhaltigste
Nantes, Frankreich
In Nantes zeigt sich Mobilität zukunftsorientiert. Eine erhöhte Passage aus Glas und Holz verbindet seit 2020 die beiden Vorplätze des Bahnhofs. Straßenbahnen, Fahrräder, E-Ladestationen und urbane Gärten bilden ein harmonisches Gesamtkonzept. Der Bahnhof ist lichtdurchflutet, offen und ein Treffpunkt für Reisende und Einheimische gleichermaßen – ökologisch, kreativ und einladend. Ein moderner Ort des Ankommens und Weiterziehens.
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Von Faustine François
Faustine ist neugierig und dynamisch und koordiniert Redaktionsteams, ist aber auch gerne vor Ort, um Persönlichkeiten zu interviewen. Das Reisen ist ihr Motor!










