Ein Streifzug durch Orléans

Renaissance et pans de bois

LoiretalStädte

In der Innenstadt von Orléans im Loiretal gibt es zahlreiche Fachwerkhäuser.
© Adobe Stock/ Ralf Gosch - In der Innenstadt von Orléans im Loiretal gibt es zahlreiche Fachwerkhäuser.

Lesezeit: 0 MinVeröffentlicht am 29 April 2026

Zwischen beeindruckender Architektur, zeitgenössischer Kunst, üppigem Grün und kulinarischen Genüssen lädt Orléans im Loiretal zu einem Spaziergang voller Entdeckungen ein.

Die Kathedrale Sainte-Croix – Wahrzeichen der Stadt

Die Kathedrale Saint-Croix in Orléans im Loiretal.
© Adobe Stock/Henryk Sadura - Die Kathedrale Saint-Croix in Orléans im Loiretal.

Wenn diese Mauern sprechen könnten, hätten sie viel zu erzählen. Ursprünglich im 6. Jahrhundert errichtet, stürzte die Kathedrale im 12. Jahrhundert ein. 1287 begann ihr Wiederaufbau – ein Projekt, das erst am 8. Mai 1829, also mehr als 600 Jahre später, vollendet wurde.
Das monumentale Bauwerk ist eng mit Persönlichkeiten wie Jeanne d’Arc, Heinrich IV. oder Ludwig XIV. verbunden. Besonders sehenswert sind die Glasfenster, die die Geschichte der Stadtpatronin Jeanne d’Arc erzählen. Auch ein Blick in die Krypta und die unterirdischen Gänge lohnt sich – eine Stadt unter der Stadt. Das Fremdenverkehrsamt bietet übrigens die Führung „Orléans von oben bis unten“ an, die von den Türmen bis in die Tiefen der Kathedrale führt.

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Eintauchen in die Renaissance

Beim Bummel durch die Altstadt taucht man in die Blütezeit der Renaissance ein. Damals zog die Universität bedeutende Denker wie Calvin, Erasmus, Budé oder Rabelais an. Viele Gebäude zeugen noch heute von diesem Reichtum, allen voran das Hôtel Groslot, das heute als Rathaus dient. Das ehemalige Stadtpalais des königlichen Statthalters beherbergte einst Persönlichkeiten wie Franz II., Karl IX., Maria Stuart oder Katharina von Medici.

Ebenso beeindruckend ist die Fassade des Hôtel des Créneaux mit ihrer Mischung aus Renaissance- und gotischen Elementen. Und nicht zuletzt verleihen die zahlreichen Fachwerkhäuser der Stadt ihren besonderen Charme – etwa das Haus in der Rue Sainte-Catherine Nr. 14.

Auf den Spuren von Jeanne d’Arc

Die Jeanne-d’Arc-Statue auf dem Place du Martroi in Orléans im Loiretal.
© rh2010/Adobe Stock - Die Jeanne-d’Arc-Statue auf dem Place du Martroi in Orléans im Loiretal.

Jedes Jahr vom 29. April bis zum 8. Mai feiert Orléans seine Heldin Jeanne d’Arc mit einem zehntägigen Festprogramm. Reiterumzüge, religiöse Zeremonien, Lichtshows, Konzerte und Flugvorführungen lassen die Stadt im Rhythmus der „Jungfrau von Orléans“ leben, die sie 1429 befreite. Doch auch das restliche Jahr über ist Jeanne d’Arc allgegenwärtig – etwa durch ihre Reiterstatue auf dem Place du Martroi.

Besuchen kann man zudem eine rekonstruierte Unterkunft, in der sie während der Belagerung wohnte. Ein Teil der Sammlungen des Musée des Beaux-Arts ist ihr ebenfalls gewidmet. Und für eine genussvolle Hommage lohnt sich ein Abstecher in die Bars der Altstadt: Hier wird ein lokales Bier mit dem Namen „La Pucelle d’Orléans“ ausgeschenkt.

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Zurück in die Zukunft im Frac Centre-Val de Loire

Schon allein wegen seiner Architektur ist es einen Besuch wert: Das Frac Centre-Val de Loire verbindet historische Militärgebäude mit futuristischen Erweiterungen aus Glas und Stahl – den sogenannten „Turbulences“, entworfen vom Architekturbüro Jakob + MacFarlane. Im Inneren widmen sich Ausstellungen den Beziehungen zwischen Kunst, Architektur und Design. Zudem ist das Frac Initiator der 2017 gestarteten Architekturbiennale von Orléans.

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Street Art entdecken

Die Mosaike des Künstlers Mifa Mosa in Orléans im Loiretal.
© Mifa Mosa/ST1PROD - Die Mosaike des Künstlers Mifa Mosa in Orléans im Loiretal.

Auch Street-Art-Fans kommen in Orléans auf ihre Kosten. Besonders beliebt ist das Gelände der ehemaligen Essigfabrik Dessaux, wo unter anderem Werke von Jef Aérosol zu sehen sind. Ein weiterer Hotspot ist die „Mur d’Orléans“, eine frei zugängliche Wand für zeitgenössische Kunst, die monatlich von neuen Künstlern gestaltet wird.

Doch Kunst begegnet einem überall – an Fassaden, in Gassen oder auf Dächern. Wer genau hinsieht, entdeckt die berühmten gelben Katzen von M. Chat oder die bunten Mosaike von MifaMosa. Im Frühling findet zudem das Loire Art Show statt – zwei Wochenenden ganz im Zeichen urbaner Kunst.

Genussmomente

Der Cotignac, eine typische Süßigkeit aus der Stadt Orléans im Loiretal.
© C. Mouton - CRT Centre-Val de Loire - Der Cotignac, eine typische Süßigkeit aus der Stadt Orléans im Loiretal.

Ein Besuch in Orléans wäre nicht komplett ohne seine Spezialitäten. Besonders beliebt sind die Frucht-Macarons mit überraschenden Aromen wie Erdbeeren mit Essig aus Orléans, Rosenblütenkonfitüre mit Zimt und Limette oder Haselnusscreme. Noch außergewöhnlicher ist das Cotignac, eine Süßigkeit aus Quitte, die ein wenig an Kindheit erinnert: Man genießt sie traditionell direkt aus ihrer kleinen Holzschachtel – mit einem Stück des Deckels als Löffel.

Natur pur

Der Parc Floral de la Source in Orléans im Loiretal.
© C. Mouton - CRT Centre-Val de Loire - Der Parc Floral de la Source in Orléans im Loiretal.

Der Parc Floral de la Source ist die grüne Lunge der Stadt und zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis. Im Frühling und Sommer begeistern Irisgarten, Dahlienbeete und Rosengarten, während sich im Herbst alles in warme Farben taucht. Im Winter sorgt Raureif für eine märchenhafte Atmosphäre, bevor die Natur im Frühling erneut erwacht. Nicht verpassen sollte man die Quelle der Loire, die dem Park seinen Namen gibt, ebenso wenig wie den Gemüsegarten oder die Skulpturen, die sich entlang der Wege entdecken lassen.

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Von Constance Dive