Inmitten der Natur malen und die Farben der Jahreszeiten wahrnehmen. Die Himmelslaunen und die im Sonnenlicht glitzernde WasseroberflĂ€che in GemĂ€lden festhalten. Die Natur mit NatĂŒrlichkeit wiedergeben - das war das Credo der Impressionisten.
Bergauf zur Burg von Dieppe

Gauguin, Pissarro, Boudin, aber auch der EnglĂ€nder Turner haben den Hafen von Dieppe geliebt und ihn immer wieder in seinem berĂŒhmten Treiben dargestellt. Die typischen "moules frites" (Miesmuscheln mit Fritten) und MeeresfrĂŒchte, die man auf den vielzĂ€hligen CafĂ©terrassen am Ufer genieĂen kann, sind noch heute eine Besucherattraktion - ebenso wie das imposante Museum in der Burg von Dieppe, die ĂŒber der Stadt thront. Hier wird die Impressionistenbewegung sehr schön dargestellt.
Den Sonnenaufgang in Le Havre bewundern

Das Farbenspiel der Seine-Bucht bei Sonnenauf- und -untergang ist fĂŒr seine packende Schönheit bekannt. Claude Monet, der seine Kindheit in Le Havre verbracht hat, war davon so berĂŒhrt, dass er an diesem Ort sein bekanntestes GemĂ€lde "Impression, Sonnenaufgang" malte, das der Impressionistenbewegung ihren Namen gab. Heute gehört Le Havre aufgrund der modernen Architektur zum UNESCO-Weltkulturerbe und bleibt bewusst dem Meer verbunden. Im MusĂ©e d'art moderne AndrĂ© Malraux (MuMa) können Sie eine der schönsten Sammlungen impressionistischer Werke bewundern.
Eine Strandwanderung in Trouville

Die Damen und Herren sind hier zwar nicht mehr in Reifrock oder Sonntagskleidung unterwegs, jedoch sind auf dem im 19. Jahrhundert sogenannten schönsten Strand Frankreichs noch heute die berĂŒhmten Holzwege, die klassischen Umkleidekabinen und bunten Sonnenschirme zu sehen. Boudin, Monet, Caillebot und all die anderen haben hier wunderbare Szenen des Mittagessens im Sand skizziert. Bei Ebbe, die Nase im Wind, wird die Strandwanderung von Honfleur bis Deauville entlang der CĂŽte fleurie sicherlich auch Ihren Appetit wecken.
In das bunte Treiben von Honfleur eintauchen

Auch nach 150 Jahren ist Honfleur nach wie vor die kleine, charmante Hafenstadt, in der die Impressionisten so gerne ihre Staffeleien aufstellten. Gut gelaunt schlendern Besucher um das alte Hafenbecken und durch die Gassen des Viertels Sainte-Catherine. Oberhalb der Stadt liegt die Auberge Saint-SimĂ©on, die damals Treffpunkt der besten KĂŒnstler der Epoche war und die nun zur Ferme Saint-SimĂ©on geworden ist: Einem 5-Sterne-Mitglied des GourmetfĂŒhrers Relais & ChĂąteau und somit gleichermaĂen Gastronomie- wie Pilgeretappe.
Miesmuscheln in Barfleur probieren

Hier in dem kleinen Fischerhafen von Cotentin, das offiziell zu den schönsten Dörfern Frankreichs gehört, sollte man unbedingt eine der ĂŒppigen Portionen Miesmuscheln probieren. "Les Blondes de Barfleur" heiĂen die Miesmuscheln der OstkĂŒste des Ărmelkanals, eine lokale SpezialitĂ€t. Ebenso typisch fĂŒr die Region sind die wunderschönen Landschaften, StrĂ€nde und wechselnden Himmelsfarben, die durch den Post-Impressionisten Paul Signac verewigt wurden.
Die Höhenmeter bis zum Marinefriedhof zurĂŒcklegen

Als wĂŒrde man zwischen Himmel und Wellen schweben, lĂ€sst man sich auf den Kreidefelsen am hochgelegenen Marinefriedhof von Varangeville nieder, welcher KĂŒnstler, Musiker und Schriftsteller begeisterte. Hier erwartet den Besucher ein atemberaubender Blick auf die Bucht von Dieppe. An der kleinen Kirche, die durch Glasmalereien von George Braque geziert wird, hat man eine prĂ€chtige Aussicht auf schwindelerregende Tiefen, die weiĂe KĂŒste und das Blau des Ozeans.
Ein Museumsbesuch in Caen: Das Musée des Beaux-Arts

Nach Caen fĂ€hrt man, um das Friedensdenkmal oder auch die LandungsstrĂ€nde zu besichtigen. Die Stadt von Wilhelm dem Eroberer ist jedoch auch fĂŒr ihr Kunstmuseum bekannt, das im Inneren der Burgmauern liegt und wo Impressionisten, ebenso wie englische Aquarellmaler, einen festen Platz haben.
Ein Streifzug durch Fécamp

Die Familie Manet (Edouard Manet, aber auch seine SchwĂ€gerin und Vorbild Berthe Morisot, eine der wenigen Frauen der Impressionistenbewegung) war ganz vernarrt in den kleinen KĂŒstenort FĂ©camp mit seinen SchwimmbĂ€dern und Kasinos. Mit der neuen App FĂ©camp Discovery, die es derzeit nur auf Französisch gibt, können Besucher FĂ©camp spielerisch erkunden.
In Giverny den Impressionismus hautnah erleben

Giverny, die schöne Heimat von Monet: Im Dorf, Haus und Garten von Monet können Sie den SinneseindrĂŒcken, die den Meister der Impressionisten bewegt haben, auf den Grund gehen. An diesen Orten hat er die Serien zu Heuhaufen, Pappeln und Seerosen, insgesamt mehr als 250 farbenfroh leuchtende Ălmalereien, angefertigt. Egal bei welcher Tageszeit oder Besucherzahl - die Ăberquerung der japanischen HolzbrĂŒcke oberalb des berĂŒhmten Seerosenteichs weckt starke Emotionen und EindrĂŒcke.
Die Kathedrale von Rouen aus allen Blickwinkeln bestaunen

KĂŒnstler haben hier den Hafen, die Segelboote der Seine, die Gassen und Arbeiterviertel, die wĂ€hrend der Industriellen Revolution entstanden sind, gemalt. Als Atelier unter freiem Himmel und grenzenlose Inspriationsquelle war Rouen die Lieblingsstadt der Impressionisten. Pissarro, Gauguin, Sisley und natĂŒrlich Monet haben hier Monate damit zugebracht, die Kathedrale der Stadt darzustellen. Sie wurde als Serie gemalt, bei der jede einzelne Ănderung der AtmosphĂ€re zu jeder Tageszeit festgehalten wurde. 28 Ansichten der Fassade wurden der Nachwelt ĂŒbermittelt. Welches ist Ihr LieblingsgemĂ€lde? Bestaunen Sie das Meisterwerk der Gotik in Rouen mit eigenen Augen.

Von Pascale FilliĂątre
Journalistin und Globetrotterin. Ich bin oft bis ans Ende der Welt gereist, um das zu suchen, was es in Frankreich gibt, ganz in der NĂ€he.








