In Nizza ist das Kino eine Odyssee, die sich in allen Ecken der Stadt erzählt und durch die Initiativen der jungen Generation fortlebt. Haily Grenet, ehemalige künstlerische Leiterin des Festivals OVNi, fördert Videokunst und bewegte Bilder im gesamten Stadtgebiet. Sie verrät uns ihre besten Adressen, um einen Blick hinter die Kulissen der Filmproduktionen von gestern und heute zu werfen.
TAG 1 – Und Nizza entfachte die Flamme

Sie sind vielleicht nicht so groß wie die Hollywood-Studios, doch an Prestige stehen sie ihnen in nichts nach: In den traditionsreichen Studios de la Victorine, deren Geschichte über ein Jahrhundert zurückreicht, wurde Filmlegende geschrieben. Regisseure wie Jean Vigo, Marcel Carné, René Clément oder Roger Vadim prägten hier das goldene Zeitalter des Kinos.
Weniger als 15 Gehminuten entfernt offenbart sich ein weiterer Mythos von Nizza: die Promenade des Anglais mit ihrem berühmten Kiesstrand. Hier lief Isabelle Adjani, den Koffer in der Hand, durch La Repentie. Auch Jacques Demy ließ sich von dieser Kulisse inspirieren – sie gab sogar einem seiner Kultfilme den Namen: La Baie des Anges. Mit diesen Bildern im Kopf empfiehlt Haily Grenet, die Promenade früh am Morgen zu erkunden – um die Ruhe zu genießen und das ganz besondere Licht in sich aufzunehmen.
Sehen und gesehen werden
Wenn Saint-Tropez das Senequier hat, dann hat Nizza La Petite Maison. Zur Mittagszeit verwandelt sich das Kultrestaurant von Nicole Rubi in der Rue Saint-François de Paule in eine inoffizielle „Filmkantine“ für Schauspielerinnen und Schauspieler auf Dreh, erzählt Haily Grenet. Doch Vorsicht: Im schicken, aber ungezwungenen Ambiente sind Stammgäste aus Nizza und prominente Gesichter völlig gleichgestellt – oder besser gesagt: beim selben Menü vereint. Auf den Tischen wie auf den Tellern stehen Rispen-Tomaten, Olivenöl und Spezialitäten aus Nizza im Rampenlicht. Fragen Sie doch einfach Ihren Tischnachbarn, ob er im nächsten französischen Kinohit mitspielt.
Filmkulisse unter freiem Himmel

Mit gefülltem Magen und funkelnden Bildern im Kopf sind Sie bereit für einen Bummel durch die Gassen der Altstadt von Nizza. Eine echte Filmkulisse in Lebensgröße – perfekt zum entspannten Flanieren nach dem Essen. Für einen süßen Abschluss machen Sie es wie Jean-Paul Belmondo, Marie Laforêt und Sophie Marceau in Joyeuses Pâques und betreten die traditionsreiche Confiserie-Chocolaterie Auer, deren florentinischer Stil seit 1820 unverändert ist.
Nur wenige Schritte weiter diente der Markt am Cours Saleya, einer der lebhaftesten Plätze der Altstadt, als mediterrane Filmkulisse für Ronin – insbesondere für die legendäre Verfolgungsjagd mit Jean Reno am Steuer.
Ganz nah an den Stars

Im Hôtel Negresco, einem der berühmtesten Hotels der Welt, hat das Kino seit Beginn des 20. Jahrhunderts Tradition. Mehr als dreißig Regisseure haben hier ihre Kameras aufgebaut – von der prachtvollen Lobby bis in die Zimmer, in denen noch heute Stars aus aller Welt übernachten. Bei einem Cocktail in der Bar mit ihren Nussbaumholz-Täfelungen von 1913, einem Dinner in der schicken Brasserie La Rotonde oder im mit zwei Sternen ausgezeichneten Restaurant Le Chantecler fühlt man sich selbst wie Sophia Loren, François Truffaut, Catherine Deneuve oder Alfred Hitchcock – sie alle waren bereits zu Gast in der legendären Adresse an der Promenade des Anglais 37.
TAG 2 – Zwischen Himmel und Mittelmeer
Auf einem Felsen errichtet, sechs Meter über dem Meer, konnte Le Plongeoir de la Réserve Filmregisseure auf der Suche nach außergewöhnlichen Drehorten nur anziehen. An diesem ebenso spektakulären wie geschichtsträchtigen Ort – seit Ende des 19. Jahrhunderts Teil des Alltags der Niçois – wurde auch die schräge Komödie Brice de Nice gedreht, berichtet Haily Grenet. Nach einem Spaziergang über den nahegelegenen Hafen von Nizza kommt man – wie Jean Dujardin im Film – hierher, um auf die perfekte Welle zu warten oder sich zum Lunch durch die Antipasti-Karte von Chef Grégory Mélani zu probieren. Mit Blick aufs Wasser – und fast mit den Füßen darin.
Im Gedächtnis des Kinos

Selbst für Haily Grenet, bekennende Liebhaberin dunkler Kinosäle, verführt das milde Klima von Nizza meist zu Aktivitäten im Freien. Doch die Cinémathèque, auf der Esplanade Kennedy gelegen, ist es allemal wert, die sonnige Bank oder den Strand für ein paar Stunden zu verlassen. In diesem Tempel des Nizzaer Kinos wird die Erinnerung an die siebte Kunst auf der großen Leinwand lebendig – häufig begleitet von Gesprächen mit Regisseuren bei Sondervorführungen. Die ideale Gelegenheit, Klassiker aufzufrischen oder verborgene Filmschätze zu entdecken.
Wenn Hotelzimmer zur Galerie werden
Den Abschluss dieser filmischen Odyssee bildet das Hôtel Windsor, nur wenige Schritte von der Strandpromenade entfernt. Seit 2015 steht das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert – seit 70 Jahren in Familienbesitz – im Zeichen der zeitgenössischen Bildkunst im Rahmen des OVNi-Galerienparcours des Festivals OVNi – Objectif Vidéo Nice. In den Künstlerzimmern wechseln Besucher zwischen „chambres obscures“, in denen immersive Videoinstallationen sie in eine Dunkelkammer eintauchen lassen, und „chambres claires“, wo Videokunst auf bildende Kunst trifft, erklärt Haily Grenet. Den Rest des Jahres genießt man die künstlerische Atmosphäre dieses charmanten Hotels – ebenso wie seinen exotischen Garten.
Lesen Sie auch :
Weitere Informationen :
- Explore Nice Côte d'Azur - Offizielle Website für Tourismus
- Provence - Alpes - Côte d'Azur - Offizielle Website für Tourismus
Tipps & Ratschläge
Nutzen Sie bei Ihren Erkundungstouren durch die Straßen von Nizza, um die siebte Kunst zu entdecken, vorzugsweise die Ihnen zur Verfügung stehenden sanften Fortbewegungsmittel. So können Sie die Schönheit der Stadt und die Sonne genießen und gleichzeitig die Umwelt schonen.

Von Rédaction Explore France
La rédaction d'Explore France suit les tendances et l'actualité de la destination pour vous parler d'une France qui innove et revisite ses traditions. Des histoires et des talents qui donnent envie de (re)découvrir nos territoires.







