Hitzewellen, Waldbrände, Überschwemmungen, Stürme oder Schnee- und Eisglätte im Winter können auch während einer Reise durch Frankreich auftreten. Wie bereiten Sie sich am besten darauf vor und worauf sollten Sie vor Ort achten? Hier finden Sie die wichtigsten Tipps, damit Sie Ihre Aktivitäten an die jeweiligen Bedingungen anpassen, die Natur schützen und Ihren Aufenthalt unbeschwert geniessen können.
Waldbrände in der Gironde und den Landes: Aktuelle Lage
Aktuelle Informationen
Seit dem 22. Juli 2026 sind in Teilen des Südwestens Frankreichs, insbesondere in der Gironde und im Norden des Départements Landes, mehrere Waldbrände ausgebrochen. Derzeit breiten sich die Brände nicht weiter aus. Lediglich an zwei Brandherden dauern die Löscharbeiten noch an, weshalb die Feuer noch nicht offiziell als gelöscht gelten. In einigen Wald- und Naturschutzgebieten bestehen weiterhin Zugangsbeschränkungen. Der überwiegende Teil der Region Nouvelle-Aquitaine ist jedoch uneingeschränkt zugänglich und empfängt Besucherinnen und Besucher wie gewohnt.
Wenn Sie eine Reise in die Gironde oder in die Landes planen, informieren Sie sich bitte vor Ihrer Abreise über die aktuelle Lage, beachten Sie die Anweisungen der Behörden und setzen Sie sich mit Ihrer Unterkunft in Verbindung, falls sich diese in einem betroffenen Gebiet befindet.
Gut informiert vor und während Ihrer Reise
Wie viele andere europäische Länder kann auch Frankreich von intensiven Wetterereignissen und Naturgefahren betroffen sein. Diese sind in der Regel räumlich begrenzt und zeitlich befristet und müssen eine Reise nicht zwangsläufig beeinträchtigen. Oft genügt es, einzelne Ausflüge oder Aktivitäten an die aktuelle Situation anzupassen.
Die Vigilance Météo-France informiert mithilfe eines vierstufigen Warnsystems (Grün, Gelb, Orange und Rot) über mögliche Gefahren. Warnstufen Orange und Rot erfordern besondere Aufmerksamkeit und können zu Einschränkungen im Strassenverkehr sowie beim Zugang zu bestimmten Gebieten oder Freizeitaktivitäten führen. Informieren Sie sich deshalb vor einem Ausflug oder einer Fahrt über die aktuelle Warnlage von Météo-France und die Hinweise der zuständigen Präfektur.
Bei einer unmittelbaren Gefahr kann das nationale Warnsystem FR-Alert Mobiltelefone, die sich im betroffenen Gebiet befinden, direkt informieren. Je nach Situation erhalten Sie Anweisungen, sich in Sicherheit zu bringen, bestimmte Bereiche zu meiden oder – falls erforderlich – das Gebiet vorsorglich zu verlassen.
Hitzewellen und hohe Temperaturen
Aufgrund des Klimawandels treten Hitzewellen in Frankreich immer häufiger und intensiver auf. Auch während einer solchen Wetterlage ist eine Reise gut möglich – vorausgesetzt, Sie passen Ihren Tagesablauf, Ihre Ausflüge und Ihre Aktivitäten den Temperaturen an. Informieren Sie sich vor einer Exkursion über die Wettervorhersage sowie die aktuelle Hitzewarnung von Météo-France.
- Planen Sie Besichtigungen und Ausflüge möglichst für den frühen Morgen oder den Abend, wenn die Temperaturen angenehmer sind.
- Trinken Sie regelmässig Wasser – auch ohne Durstgefühl – und verzichten Sie möglichst auf alkoholische Getränke.
- Legen Sie Pausen an kühlen oder schattigen Orten ein und sorgen Sie regelmässig für Abkühlung.
- Tragen Sie leichte Kleidung und schützen Sie sich mit Hut, Sonnenbrille und Sonnenschutz vor der Sonne.
- Vermeiden Sie körperliche Anstrengungen und verschieben Sie Wanderungen, sportliche Aktivitäten oder längere Besichtigungen im Freien auf die kühleren Tageszeiten.
- Bei ernsthaften gesundheitlichen Beschwerden wählen Sie den Notruf 15 oder die europaweit gültige Notrufnummer 112.

Waldbrände
In Trockenperioden oder bei anhaltender Hitze steigt in vielen Regionen Frankreichs die Waldbrandgefahr. Um Brände zu verhindern und Besucherinnen und Besucher zu schützen, kann der Zugang zu bestimmten Waldgebieten und Naturräumen eingeschränkt oder vorübergehend gesperrt werden. Solche Massnahmen betreffen in der Regel nur einzelne Gebiete und haben meist keine Auswirkungen auf den gesamten Aufenthalt in der jeweiligen Region.
Vor einer Wanderung oder einem Ausflug in die Natur sollten Sie die Météo des forêts sowie die Informationen der zuständigen Präfektur konsultieren.
- Informieren Sie sich vor Ihrem Ausflug über die aktuelle Waldbrandgefahr.
- Beachten Sie Sperrungen von Strassen, Wanderwegen und Waldgebieten – auch dann, wenn Ihr Navigationssystem eine andere Route vorschlägt.
- Rauchen Sie nicht und entzünden Sie weder Feuer noch Grillstellen in der Natur oder in der Nähe von Vegetation.
- Nähern Sie sich einem Brand niemals, um ihn zu beobachten, zu fotografieren oder zu filmen.
- Wenn Sie einen Brand entdecken, entfernen Sie sich umgehend aus dem Gefahrenbereich und alarmieren Sie den Notruf 112 oder die Feuerwehr unter 18. Geben Sie den Ort des Brandes dabei möglichst genau an.
- Folgen Sie im Brandfall den Anweisungen der Behörden sowie den Meldungen des Warnsystems FR-Alert.
Ist ein Waldgebiet oder eine Naturstätte gesperrt, erhalten Sie beim örtlichen Tourismusbüro Empfehlungen für alternative Ausflugsziele oder kulturelle Angebote in der Umgebung. Falls Ihre Unterkunft evakuiert werden muss, befolgen Sie zunächst die Anweisungen der Behörden und wenden Sie sich anschließend direkt an Ihre Unterkunft oder Ihre Buchungsplattform, um Informationen zu einer möglichen Umbuchung oder Ersatzunterkunft zu erhalten.
Weitere Informationen:
Starkregen und Überschwemmungen
Starke Regenfälle können örtlich zu Überschwemmungen führen – insbesondere in Flusstälern, in der Nähe von Gewässern oder in tiefer gelegenen Gebieten. Auch Strassen und öffentliche Verkehrsmittel können dadurch vorübergehend beeinträchtigt werden. Informieren Sie sich vor einer Reise in eine betroffene Region über die aktuelle Vigilance pluie-inondation, die Wasserstandsinformationen von Vigicrues sowie über die Hinweise der zuständigen Präfektur und der Verkehrsunternehmen.
- Beschränken Sie Ihre Fahrten und Ausflüge, wenn die Behörden dazu aufrufen, und beachten Sie Sperrungen von Strassen, Wanderwegen und touristischen Einrichtungen.
- Halten Sie Abstand zu Flussufern, Gewässern, Unterführungen und anderen Bereichen, die schnell überflutet werden können.
- Überqueren Sie niemals überflutete Strassen oder Wege – weder zu Fuss noch mit dem Fahrrad oder dem Auto, auch wenn das Wasser nur flach erscheint.
- Betreten Sie während eines Starkregenereignisses keine Keller, Tiefgaragen oder andere unterirdische Räume.
- Wird eine Evakuierung angeordnet, folgen Sie den ausgeschilderten Wegen und den Anweisungen der Einsatzkräfte.
- Erkundigen Sie sich vor der Anreise bei Ihrer Unterkunft oder dem örtlichen Tourismusbüro, ob diese problemlos erreichbar sind.
Da die Auswirkungen meist auf einzelne Gebiete begrenzt bleiben, lohnt es sich, die aktuelle Lage vorab zu prüfen und gegebenenfalls eine alternative Route oder ein anderes Ausflugsziel einzuplanen.
Weitere Informationen:
Orages et vents violents
Gewitter und starke Windböen können sich innerhalb kurzer Zeit entwickeln und Aktivitäten im Freien, Ausflüge sowie den Zugang zu bestimmten Sehenswürdigkeiten beeinträchtigen. Informieren Sie sich deshalb vor einer Wanderung, einer Tour im Wald oder in den Bergen oder vor einer Aktivität auf dem Wasser über die aktuelle Gewitterwarnung von Météo-France sowie über die Hinweise der lokalen Behörden.
- Verschieben Sie Wanderungen, Ausflüge in Wald- oder Berggebiete sowie Wassersportaktivitäten, wenn ungünstige Wetterbedingungen angekündigt sind.
- Suchen Sie bei Gewitter umgehend Schutz in einem Gebäude oder einem sicheren Unterstand und meiden Sie einzelne freistehende Bäume.
- Halten Sie Abstand zu Klippen, Berggraten sowie zu leichten Konstruktionen oder Einrichtungen, die umstürzen oder weggeweht werden könnten.
- Beschränken Sie Ihre Wege und beachten Sie Sperrungen von Parks, Wanderwegen, Sehenswürdigkeiten oder Freizeiteinrichtungen.
- Überqueren Sie bei Starkregen niemals überflutete Strassen oder Wege und betreten Sie keine Keller oder Tiefgaragen.
- Folgen Sie den Anweisungen der örtlichen Behörden sowie der Eisenbahn- und Verkehrsunternehmen.
Verschlechtern sich die Wetterbedingungen, ist es sicherer, eine Aktivität im Freien zu verschieben, als unnötige Risiken einzugehen. Die meisten Sperrungen sind nur vorübergehend, sodass Sie Ihr Programm nach der Wetterbesserung in der Regel schnell wieder aufnehmen können.

Hoher Wellengang und Küstenüberschwemmungen
An der Küste können hoher Wellengang und ein vorübergehender Anstieg des Meeresspiegels das Baden, Spaziergänge am Meer, das Angeln und Wassersportaktivitäten gefährlich machen. Informieren Sie sich vor Ihrem Aufenthalt an der Küste über die aktuelle Vigilance vagues-submersion von Météo-France sowie über die Hinweise der örtlichen Behörden.
- Baden Sie nicht und verzichten Sie auf Wassersport, wenn die Behörden davon abraten oder entsprechende Verbote ausgesprochen haben.
- Halten Sie Abstand zu Deichen, Molen, Uferpromenaden, Klippen und anderen Bereichen, die starkem Wellengang ausgesetzt sind.
- Nähern Sie sich der Küste nicht, um Wellen zu beobachten oder zu fotografieren, wenn die Bedingungen gefährlich sind.
- Beachten Sie Sperrungen von Stränden, Küstenwegen und Küstenstrassen.
- Meiden Sie zu Fuss oder mit dem Fahrzeug bereits überflutete Bereiche oder Zonen, die unmittelbar von der Brandung betroffen sind.
Auch von einem erhöhten Standort aus sollten Sie ausreichend Abstand zur Küste halten: Einzelne Wellen können überraschend weit ins Landesinnere reichen und selbst scheinbar geschützte Bereiche erreichen.
Schnee, Glätte, extreme Kälte und Lawinengefahr
Schnee und Glätte können den Straßenverkehr sowie den öffentlichen Nah- und Fernverkehr sowohl in Städten und Flachlandregionen als auch in den Bergen beeinträchtigen. In höheren Lagen können zudem extreme Kälte und Lawinengefahr dazu führen, dass Skigebiete, Passstraßen oder Wanderwege vorübergehend gesperrt werden. Informieren Sie sich vor Ihrer Reise über die aktuelle Vigilance neige-verglas, die Verkehrslage auf der Website oder in der App Bison Futé sowie – bei Touren in den Bergen – über die aktuellen Lawinenlageberichte.
- Informieren Sie sich vor der Abfahrt über die Straßen- und Verkehrsbedingungen. In einigen Bergregionen sind vom 1. November bis zum 31. März Winterreifen, Schneeketten oder Schneesocken gesetzlich vorgeschrieben.
- Beachten Sie Verkehrszeichen, Umleitungen und Straßensperrungen.
- Nutzen Sie die vor Ort empfohlenen Verkehrsmittel und verschieben Sie Ihre Fahrt, wenn sich die Bedingungen verschlechtern.
- Informieren Sie sich vor Touren in den Bergen über die Lawinenlage und halten Sie sich strikt an Sperrungen von Skipisten, Wanderwegen und Gefahrenbereichen.
- Verlassen Sie markierte und geöffnete Bereiche nur nach Rücksprache mit den örtlichen Bergführerinnen und Bergführern oder anderen Fachleuten.
- Packen Sie warme, wasserdichte Kleidung, geeignetes Schuhwerk, ausreichend Wasser und ein vollständig geladenes Mobiltelefon ein.
- Vermeiden Sie längere Aufenthalte im Freien bei extremer Kälte – insbesondere mit kleinen Kindern oder gesundheitlich empfindlichen Personen.
Winterliche Bedingungen können sich rasch ändern – auch in Städten. Informieren Sie sich deshalb vor jeder Fahrt über die aktuelle Lage und passen Sie Ihre Aktivitäten den örtlichen Gegebenheiten an.
Felsstürze und Steinschlag
Steilküsten, Felswände, Schluchten und manche Wanderwege können durch Steinschlag oder Felsstürze gefährdet sein. Ursache sind natürliche Erosionsprozesse sowie Witterungseinflüsse – insbesondere nach starken Regenfällen, Stürmen oder Frost- und Tauperioden. An stark frequentierten Ausflugszielen können dadurch besonders viele Besucherinnen und Besucher betroffen sein. Solche Ereignisse können sowohl an der Küste als auch in den Bergen auftreten. Beachten Sie daher stets die Beschilderung und bestehende Zugangsbeschränkungen.
- Beachten Sie Warnschilder, Absperrungen sowie Sperrungen von Straßen, Stränden und Wanderwegen.
- Nähern Sie sich nicht instabilen Felswänden oder Bereichen, in denen es bereits zu Steinschlag gekommen ist.
- Halten Sie an der Küste ausreichend Abstand sowohl zum Fuß als auch zum Rand von Klippen – auch wenn Sie die Aussicht genießen oder fotografieren möchten.
- Überschreiten Sie niemals Absperrungen und nutzen Sie keine gesperrten Wege – auch dann nicht, wenn Ihr Navigationssystem diese als Route vorschlägt.
- Halten Sie sich nicht am Fuß von Felswänden oder steilen Hängen auf und schlagen Sie dort kein Lager auf, wenn diese Bereiche als gefährdet ausgewiesen sind.
Informieren Sie sich vor einer Wanderung oder einem Ausflug in felsigem Gelände bei den örtlichen Behörden, der Verwaltung des jeweiligen Naturgebiets oder dem örtlichen Tourismusbüro über die aktuellen Zugangsbedingungen.
Ein Notfallset vorbereiten
Naturgefahren wie Waldbrände, Überschwemmungen oder Stürme können dazu führen, dass Sie sich in Sicherheit bringen müssen, evakuiert werden oder Verkehrswege und Versorgungsnetze vorübergehend ausfallen. Wenn Sie sich in einer besonders gefährdeten Region aufhalten – etwa auf einem Campingplatz, in den Bergen oder in einer abgelegenen Unterkunft –, sollten Sie einige wichtige Dinge jederzeit griffbereit haben.
Packen Sie ausreichend Trinkwasser, haltbare Lebensmittel, die nicht gekocht werden müssen, Ihre persönlichen Medikamente, ein Erste-Hilfe-Set, eine Taschenlampe, eine Powerbank, ein Ladegerät für Ihr Mobiltelefon, wettergerechte Kleidung, etwas Bargeld sowie Kopien Ihrer Ausweisdokumente, beispielsweise Ihres Reisepasses, in einer wasserdichten Hülle ein.
Bei einem längeren Aufenthalt in einer potenziell gefährdeten Region empfiehlt es sich, die von Géorisques empfohlene 72-Stunden-Notfallausrüstung zu berücksichtigen und deren Inhalt an Ihr Reiseziel, die Jahreszeit und Ihre Mitreisenden anzupassen.

Nützliche Informationen und Notrufnummern
Wenn Sie sich vor einem Ausflug oder einer Reise über die aktuelle Lage informieren möchten, nutzen Sie vorzugsweise die offiziellen Informationsquellen, die dem jeweiligen Naturereignis entsprechen:
- Météo-France: Wettervorhersagen und aktuelle Warnmeldungen.
- Météo des forêts: Aktuelle Waldbrandgefahr.
- Géorisques: Informationen zu Naturgefahren sowie Hinweise zur Vorsorge und zum richtigen Verhalten.
- Vigicrues : Pegelstände und Hochwasserinformationen für überwachte Flüsse.
- Präfekturen: Lokale Hinweise, Zugangsbeschränkungen, Sperrungen und Verkehrsinformationen für das jeweilige Département.
- Bison Futé: Aktuelle Verkehrslage auf Frankreichs Straßennetz.
- SNCF Connect und andere Verkehrsunternehmen: Informationen zum Bahn- und öffentlichen Verkehr sowie zu möglichen Störungen.
- Örtliche oder regionale Tourismusbüros: Aktuelle Informationen zur Erreichbarkeit von Sehenswürdigkeiten sowie Vorschläge für alternative Freizeitaktivitäten.
Im Notfall wählen Sie die europaweit gültige 112. Die 18 verbindet Sie direkt mit der Feuerwehr, die 15 mit dem medizinischen Rettungsdienst. Gehörlose und schwerhörige Menschen können den Notruf 114 per SMS, über eine App oder die entsprechende Website erreichen.
Weitere hilfreiche Kontakte und Informationen, die Ihnen im Ernstfall während Ihres Aufenthalts in Frankreich weiterhelfen, finden Sie außerdem in unserem Artikel über den vom französischen Staat eingerichteten Dienst Ma Sécurité.

Von Kévin Bonnaud








