Nachhaltiger Tourismus auf der Trauminsel Korsika

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Abenddämmerung in Calvi
© Sebastian Scheichl - Abenddämmerung in Calvi

Lesezeit: 0 MinVeröffentlicht am 1 August 2023

Auf meiner Reise durch das wunderschöne Korsika durfte ich in die Tiefen des Meeres abtauchen, fordernde Trails mit dem Mountainbike erkunden, Höhenluft in den Bergen auf über 2000 Metern schnuppern und das alles ohne mich aus der Balagne rauszubewegen. Die Balagne ist eine Region im Nordwesten der Insel, die wirklich für jeden was bereithält. Denn Kulinarik und Kultur sind obendrein bei meinem Trip auch nicht zu kurz gekommen. Mobil war ich dabei mit einem Mietauto , mit dem ich die kurzen Strecken zwischen den Orten gut zurücklegen konnte.

In kleinen, charmanten Unterkünften über die Insel

Unterkunft mit Blick auf das Meer in A Chjusella
© Sebastian Scheichl - Unterkunft mit Blick auf das Meer in A Chjusella

Die Unterkünfte, in denen ich untergebracht war, hatten alle einen einzigartigen Charme. Angefangen mit dem Hotel St. Erasme in Calvi, wo sich die Besitzer sehr um ein familiäres Flair bemühen, sofort mit einem ins Gespräch kommen wollen und sich liebevoll um alles kümmern.

Die Ferienwohnungen am Hügel unweit von Ile-Rousse haben mich durch ihre ruhige Lage und den Ausblick aufs Meer überzeugt. Bei Vogelgezwitscher auf der Terrasse Frühstücken und den Ausblick genießen, besser kann ein Tag nicht starten…

In Corte verbrachte ich die erste Nacht in einem Bed & Breakfast direkt an einem Weinanbaugebiet, wo der Besitzer seinen eigenen Wein produziert. Eine Führung durch den Weinkeller und eine kleine Kostprobe durfte dabei natürlich nicht fehlen. Für die zweite Nacht ging es in das Hotel Dominique Colonna, welches am Anfang des schönen Restonica Tal liegt. Vom Balkon oder auf der Terrasse kann man die ganze Zeit das leise Plätschern des vorbeifließenden Baches hören, in dem man sogar baden kann.

Die korsische Kulinarik lässt keine Wünsche offen

Zitadelle in Cortes
© Sebastian Scheichl - Zitadelle in Cortes

Egal ob Fleisch, Fisch oder vegetarisch, die korsische Küche ist immer um Regionalität bemüht. Das Ambiente beim Restaurant A Piazetta war wunderschön, auf einem kleinen Platz, die Kirche Calvis im Hintergrund und das Essen dazu fantastisch. Auf der Terrasse der Farm Aghjalle schmeckten die Schmankerl mit Käse besonders gut. Lichterketten und ein sehr engagiertes Personal sorgten für eine gemütliche Atmosphäre. Bei hereinbrechender Dunkelheit durch die Altstadt Cortes zu spazieren und den Abend im U Campanile ausklingen lassen, war eines meiner persönlichen Highlights. Beim letzten Abendessen im Auberge de la Restonica habe ich es mir noch einmal mit einem Couscous gut gehen lassen und nebenbei dem Rauschen des Baches lauschen können.

Vormittags Action, nachmittags Kultur

Mountainbike-Trail in Calvi
© Sebastian Scheichl - Mountainbike-Trail in Calvi

Als erstes auf meinem Programm stand Tauchen. Direkt von der Bucht in Calvi ging es mit dem Boot zehn Minuten raus aufs Meer. Es war mein erster Tauchgang und ich muss sagen, das Gefühl unter Wasser so zu schweben macht schon ein bisschen süchtig. Beim Mountainbiken am nächsten Tag wurde ich direkt vom Hotel abgeholt und fuhr an den schönsten Trails direkt am Meer entlang. Nachmittags führte mich der zweite Bürgermeister von Pigna durch sein Städtchen und zeigte mir verschiedene Werkstätten der Künstler und Handwerker, die dort arbeiten. Am Abend ging ein Wanderführer mit mir und erklärte mir die Pflanzen und Bergwelt nahe Ile-Rousse. Am nächsten Tag ging es nach einem actionreichen Klettersteig mit einigen spektakulären Seilrutschen zur Zitadelle und ins Museum von Corte. Dort wird anschaulich die Geschichte und auch Geomorphologie Korsikas erklärt. Lac de Melo und Capitello hießen die beiden Bergseen, die ein anderer Bergführer mir am letzten Tag zeigte. Auf rund 2000 Metern war die Rundumsicht außerdem wirklich zum Staunen!

Gastfreundschaft und Gespräche

Lac de Capitello
© Sebastian Scheichl - Lac de Capitello

Überall, wo ich auf Korsika hinkam, wurde ich freundlich empfangen. Auch wenn nicht alle Leute perfekt Englisch konnten, da ich nämlich kein Französisch kann, hat sich jeder sehr bemüht, mit mir ins Gespräch zu kommen. Interessiert fragten sie, was ich genau mache, wo mich meine nächsten Reisen hinführen, etc. Die verschiedenen Guides gingen außerdem auf alle meine Wünsche, hier noch ein Foto, dort noch ein Video zu machen, ein. So wurden Kontakte geknüpft, die ich hoffentlich bei einem nächsten Besuch auf der Insel pflegen kann.

Nachhaltigkeit neu definieren

Ostriconi
© Sebastian Scheichl - Ostriconi

Auf der Reise nach Korsika habe ich wirklich bemerkt, wie man nachhaltig unterwegs sein kann, indem man nicht in kürzester Zeit möglichst viel sehen, möglichst weit weg muss. Es gibt so viel in einer einzelnen Region, wie zum Beispiel der Balagne, zu entdecken, dass man dort locker zwei Wochen oder länger unterwegs sein kann und nicht ewige Distanzen mit dem Auto oder Flugzeug zurücklegen muss. Auch besonders gut gefallen hat mir die Regionalität der Küche, mit dem vielen Käse, der direkt von der Insel kommt. Für mich nehme ich daher aus dieser Reise mit, bei meinem nächsten Trip nicht Stunden zwischen einzelnen Orten herumzufahren, sondern mich auf eine Region zu fixieren und dort zu schauen, was es alles Spannendes zu tun und zu erkunden gibt.

Von Sebastian Scheichl (@zeppaio)