Montpellier – ein Paradies für Architekturbegeisterte

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Das Rathaus von Montpellier in Okzitanien, entworfen von Jean Nouvel und François Fontès.
© Ville de Montpellier - Das Rathaus von Montpellier in Okzitanien, entworfen von Jean Nouvel und François Fontès.

Lesezeit: 0 MinVeröffentlicht am 21 April 2026

Seit der Eröffnung des MO.CO. im Jahr 2019 hat sich Montpellier als feste Größe auf der Kunstlandkarte etabliert. In diesem einzigartigen Konzept treffen zeitgenössische Sammlungen auf eine Stadt, die in den letzten Jahrzehnten selbst zur Bühne avantgardistischer Architektur geworden ist. Ein Streifzug durch eine urbane Schatzkammer.

Das MO.CO.

Das MOCO in Montpellier, in der Region Okzitanien.
© PCA Stream - Das MOCO in Montpellier, in der Region Okzitanien.

Das MO.CO. vereint die Kunsthochschule, das Ausstellungszentrum La Panacée für aufstrebende Künstler:innen und das Hôtel des Collections, untergebracht im renovierten Hôtel Montcalm. Zwischen Bahnhof und Place de la Comédie gelegen, entwickelt sich dieses Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert – mit neu gestaltetem Garten und einem markanten Lichtkubus – zu einem prägenden Element des Stadtbilds.

Weitere Informationen :

  • Le MOCO - Offizielle Website (engl)

Port Marianne und seine architektonischen Highlights

Das RBC Design Center in Montpellier, in der Region Okzitanien.
© Marie-Caroline Lucat - Das RBC Design Center in Montpellier, in der Region Okzitanien.

Das Viertel Port Marianne, das seit den 1990er-Jahren entlang des Lez entstanden ist, gleicht einem Freilichtmuseum moderner Architektur. Im RBC Design Center von Jean Nouvel verbirgt sich ein Concept Store hinter einer grafischen Fassade mit inspirierenden Schlagworten. Nicht weit entfernt überrascht La Mantilla von Jacques Ferrier mit einer filigranen weißen Betonstruktur, während die Residenz Koh-I-Noor von Bernard Bühler mit ihren zweifarbigen Glasbalkonen wie ein funkelndes Juwel wirkt.

Der gläserne Kubus von Jean Nouvel

Das Rathaus von Montpellier in Okzitanien.
© Ch Ruiz/Montpellier3m - Das Rathaus von Montpellier in Okzitanien.

Ein architektonisches Wahrzeichen von Port Marianne ist das Hôtel de Ville de Montpellier. Der blaue Glas- und Aluminiumkubus, entworfen von Jean Nouvel und François Fontès, wurde 2011 fertiggestellt. Großzügige Innenhöfe und lichtfilternde Lamellen zitieren mediterrane Bauweisen, während sich die Fassaden je nach Licht und Spiegelung des Wassers ständig verändern.

Le Nuage von Philippe Starck

„La Nuage“ von Philippe Starck in Montpellier, in der Region Okzitanien.
© Roxim/Conception Lumière Guillaume Sarrouy/Photo Laurent Rebelle - „La Nuage“ von Philippe Starck in Montpellier, in der Region Okzitanien.

Nahe dem Bassin Jacques Cœur zieht Le Nuage von Philippe Starck alle Blicke auf sich. Seine transparente Hülle aus polymerem Material umgibt das Gebäude wie eine schwebende Blase. Nachts leuchtet die Fassade in wechselnden Farben und verleiht dem Bau eine fast poetische Ausstrahlung. Innen erwartet dich ein vielseitiges Angebot rund um Sport, Gesundheit, Shopping und Gastronomie – eine echte Wohlfühl-Oase.

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Die „Folies“ von Montpellier

Mit der Folie Divine von Farshid Moussavi begann 2017 eine neue Ära: Neun geschwungene Etagen machen dieses Gebäude zu einem echten Blickfang. Seit 2022 wird das Konzept weitergedacht – insgesamt dreizehn neue „Folies“ sollen entstehen und in verschiedenen Stadtteilen eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten und urbanem Leben bieten.

Pierresvives – das Werk von Zaha Hadid

Das Pierresvives-Gebäude von Zaha Hadid in Montpellier, in der Region Okzitanien.
© O. Mas - Das Pierresvives-Gebäude von Zaha Hadid in Montpellier, in der Region Okzitanien.

Im Nordwesten der Stadt erhebt sich Pierresvives, entworfen von Zaha Hadid. Das Gebäude erinnert an ein futuristisches Schiff und beeindruckt durch seine dynamischen Linien, überhängenden Volumen und das Spiel mit Bewegung – ein architektonisches Statement im Eco-Viertel gleichen Namens.

L’Arbre Blanc – die Folie des 21. Jahrhunderts

L'Arbre blanc, in Montpellier in Okzitanien.
© H. Rubio/Montpellier3m.fr - L'Arbre blanc, in Montpellier in Okzitanien.

Mit L'Arbre Blanc interpretiert Montpellier die Tradition der „Folies“ neu. Das 2019 fertiggestellte Wohngebäude erinnert mit seinen auskragenden Balkonen an einen weißen Baum, der sich elegant in den Himmel streckt. Neben Wohnungen beherbergt es auch eine Brasserie und eine Rooftop-Bar – perfekt, um den Blick über die Stadt zu genießen.

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Antigone – das erste große Architekturprojekt

Das Viertel Antigone in Montpellier, in der Region Okzitanien.
© Ch Ruiz/Montpellier3m.fr - Das Viertel Antigone in Montpellier, in der Region Okzitanien.

Bereits in den 1980er-Jahren setzte Montpellier mit dem Viertel Antigone ein Zeichen. Der Architekt Ricardo Bofill entwarf hier ein neoklassizistisches Ensemble mit monumentalen Plätzen, Säulen und Achsen. Südöstlich der Altstadt gelegen, ist Antigone heute ein lebendiges Viertel – und ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie visionäre Stadtplanung neue Lebensräume schafft.

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Tipps & Ratschläge

Wenn Sie sich für zeitgenössische Architektur und Design begeistern, gehört Montpellier in den letzten Jahren definitiv zu den spannendsten Reisezielen. Möchten Sie dort Ihren nächsten Aufenthalt planen? Dann verbinden Sie Ihre Leidenschaft für Design mit einem umweltbewussten Ansatz und reisen Sie am besten mit dem Zug an. Warum? Ganz einfach: Sie reduzieren nicht nur Ihren CO₂-Fußabdruck, sondern tauchen schon bei Ihrer Ankunft in die architektonische Atmosphäre der Stadt ein – etwa in der lichtdurchfluteten Halle des Gare de Montpellier-Saint-Roch mit ihrer beeindruckenden weißen Dachkonstruktion. Und das Design-Erlebnis geht direkt weiter: Die Straßenbahnen der Stadt, gestaltet von renommierten Designer:innen, sind selbst kleine Kunstwerke auf Schienen. Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Entdeckungstour durch eine Stadt, die historisches Erbe und zeitgenössische Kreativität auf so gelungene Weise verbindet.

Von Charlotte Cabon

Journalistin

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