„Das ist die schönste Mauer meines Königreiches.“ Sonnenkönig Ludwig XIV. war begeistert, als er die imposante Bühnenwand des antiken Theaters in Orange zum ersten Mal erblickte.
Weltkulturerbe: das antike Theater
103 Meter lang, 1,80 Meter dick und 37 Meter hoch ist sie. Nach außen hin zeigt sie sich fast ein wenig abweisend. Doch zur Bühnenseite präsentierte sie sich den Zuschauern in voller Pracht. War sie doch einst mit vielen Säulen, Marmorplatten und zahlreichen Statuen verziert, die bereits im 4. Jahrhundert größtenteils durch Brände zerstört wurden.
Die Bühnenwand
Der Bühnenwand kam bei der Konstruktion antiker Theater eine wichtige Rolle zu. Sie sorgte für eine hervorragende Akustik und setzte die Auftritte der Akteure eindrucksvoll in Szene. Mit ihrem reichhaltigen Dekor bot sie zudem eine prächtige Kulisse und setzte Göttern wie Machthabern ein steinernes Denkmal. In der Nische über der „Porte Royale“ befindet sich heute eine 3,55 Meter hohe Statue des Kaisers Augustus. Ursprünglich soll dort eine Statue des Apollon gestanden haben, mit der dem Gott der Künste gehuldigt wurde, bevor ein politischer Wandel ein anderes Zeichen erforderte.
Die Bühnenwand des antiken Theaters von Orange hat die Zeiten trotz mancher Zerstörungen überdauert. Das im 1. Jahrhundert errichtete Bauwerk zählt zu den am besten erhaltenen antiken Theatern Europas. Als UNESCO-Weltkulturerbe ist es ein bedeutendes Zeugnis römischer Baukunst. In den Sommermonaten bietet es zudem einen eindrucksvollen Rahmen für das berühmte Opernfestival Chorégies d’Orange. Wo einst das römische Publikum Komödien, Pantomimen und andere Darbietungen verfolgte, erleben Besucher heute Opernaufführungen in einer außergewöhnlichen historischen Kulisse.
Turbulente Zeiten
Das Theater hat im Laufe seiner Geschichte wechselvolle Zeiten erlebt. Nach der Antike wurde es geplündert und zeitweise als Verteidigungsanlage und Zufluchtsort genutzt. Während der Französischen Revolution diente es sogar als Gefängnis. Erst im 19. Jahrhundert begann die Restaurierung, die das Bauwerk wieder seiner ursprünglichen Bestimmung als Theater zuführte.
Heute lässt sich hier eindrucksvoll nachvollziehen, wie eng Architektur, Kunst und Geschichte miteinander verbunden sind. Die monumentale Bühnenwand prägt den Ort bis heute und macht den Besuch zu einer besonderen Begegnung mit der römischen Antike.
Die Umgebung
In unmittelbarer Nähe liegt das Musée d’Art et d’Histoire, dessen Exponate die Geschichte der Stadt Orange von der Antike bis ins 19. Jahrhundert veranschaulichen. Auch hier lohnt es sich, in die Vergangenheit einzutauchen. Anschließend können Sie sich ganz dem Charme der Provence hingeben – jener Landschaft, die schon die Römer begeisterte und bis heute zum Träumen einlädt.
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Weitere Informationen:
Am 2. Juni 2018 wurde neben dem Amphitheater von Nîmes das Musée de la Romanité eröffnet. Es lädt zur Erkundung der gallorömischen Stadt anhand innovativer Szenographien und umfassender archäologischer Sammlungen ein. Mit dieser neuen Adresse weiht die im Département Gard gelegene Stadt eine neue Kultureinrichtung mit Bibliothek, Café und Sternerestaurant ein.


Von Redaktion France.fr







