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Paläste, eine französische Tradition

Kunst und Kultur Orte und monumente

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  • Georges V

    Georges V

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  • Bristol

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  • Royal Monceau

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George V, Meurice, Plaza Athénée, Ritz, Bristol, Crillon, Fouquet's Barrière, Hôtel du Palais, Normandy, Négresco oder Martinez… klangvolle Namen, die das Markenimage Frankreichs und seiner Geschichte widerspiegeln. Ein kleiner Rundgang durch die großartigen französischen Paläste.

Ende des 19. Jahrhunderts erfanden die reichen Reisenden aus dem Britischen Empires den Luxus-Tourismus, als sie den Herbst oder Winter an der französischen Riviera und in der Hauptstadt verbrachten. Für diese ebenso anspruchsvollen wie wohlbegüterten Fremden mussten Hotels erbaut werden, die deren hohen Ansprüchen genügten. Sie waren es, die diesen Hotels den Namen Paläste gaben. Mit dem englischen Wort palace wurde damals ein luxuriöses öffentliches Gebäude bezeichnet, wie der berühmte Kristallpalast in London. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Bezeichnung palace endgültig in die französische Sprache aufgenommen, und zwar als Synonym für besonders luxuriöse, international renommierte Hotels.

Die französischen Paläste entstanden in Paris, aber auch in großen, besonders angesagten Ferienorten an der Côte d'Azur, in der Pays Basque und in der Normandie. Place Vendôme, Rue de Rivoli, Avenue Montaigne, Promenade des Anglais, Croisette, Avenue de l'Impératrice … Die Paläste, sind vor allem Standorte, Adressen im Zentrum unserer prestige- und geschichtsträchtigen Städte.

Dabei ist die Geschichte dieser geheimnisvollen Orte oft mit der ihrer angesehenen Bewohner verknüpft!

Unter den Balkonen der schönsten Suiten des Hôtel de Crillon in Paris –einem der ältesten und luxuriösesten Hotels der Welt – defiliert die Geschichte ganz Frankreichs: die Place de la Concorde, ehemals Place Louis XV, ehemals Place de la Révolution; die Nationalversammlung liegt genau gegenüber, der Arc de Triomphe, der Invalidendoms und der Eiffelturm strecken ihre Silhouette in den Pariser Himmel. In diesem so besonderen Hotel, erhielt bereits Königin Marie-Antoinette Klavierunterricht.

In die Paläste kommt man, um zu schlafen, zu dinieren, gesehen zu werden oder zu feiern, in Gesellschaft von brillanten Phantomen, Besuchern für einen Abend, Stammgästen oder Dauerbewohnern, die diesen Häusern für immer ihren Stempel aufdrücken sollten. Salvador Dalí lebte einen Monat im Jahr in der ehemaligen Königssuite von Alphons XIII. im Hôtel Meurice, deren Wände er mit Gemälden übersäte, während seine zahmen Ozelote ihre Krallen am Teppichboden wetzten. Dank der Millionärin und Franko-Amerikanerin Florence Gould beherbergte das Meurice auch einen der letzten literarischen Salons von Paris. Das Ritz empfing Marcel Proust, Ernest Hemingway, Charlie Chaplin und Coco Chanel, die dort über dreissig Jahre lang lebte.

Zu neuem Leben erweckte Emotionen

Heute lassen die Paläste glanzvoll verschwundene Epochen und Emotionen wieder aufleben: die wunderbaren dreissiger Jahre (George-V, Royal Monceau), die brillanten verrückten Jahre (Bristol), das eklektische 20. Jahrhundert (Plaza Athénée), das glühende Second Empire, klassische Schmuckstücke aus dem 18. Jahrhundert (Ritz, Crillon, Meurice)…. Und die Paläste erfinden sich neu. Denn wenn das Hôtel du Royal Monceau oder das Restaurant des Meurice von einem international bekannten französischen Designer, Philippe Starck, besucht werden, geschieht dies letztendlich, um den Geist der alten Pracht wiederzuentdecken, vereint mit dem Komfort von heute…

Die Erneuerung kommt auch aus den Hotelküchen. Die Paläste beschäftigen junge vielversprechende Küchenchefs oder bedeutende, bekannte Köche (Eric Frechon im Bristol, Christopher Hache im Crillon, Michel Roth im Ritz, Alain Ducasse im Plaza…) und revolutionieren so den Geschmack; ihre Restaurants bekommen Sterne verliehen, bis hin zur Weihung mit drei Sternen. Auch die Teesalons mit ihren berühmten Patissiers erfinden sich neu, die Bars, wie die des Ritz oder des Plaza-Athénée, die angesagte Adresse der Pariser, die wegen der internationalen Atmosphäre kommen, wegen den liebevollen Details, der Blaulicht-Bar oder der Hintergrundmusik.

Um diese eigene Welt innerhalb der 5-Sterne-Hotels (die 2010 in Frankreich eingeführt wurden) zu kennzeichnen, wird ein eigenes Palast-Gütezeichens bald ermöglichen, diese außergewöhnlichen Häuser zu erkennen.