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  • Das Schloss von Fontainebleau

    Das Schloss von Fontainebleau

    © AFP

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Das Schloss von Fontainebleau liegt ungefähr 60 Kilometer südöstlich von Paris und erfreut sich seit achthundert Jahren einer konstanten Vorherrschaft. Könige und Königinnen, Kaiser und Kaiserinnen bemühten sich, das um den ursprünglich aus dem Mittelalter stammenden Bergfried herum gebaute Schloss zu verschönern. Seit 1981 gehören das Schloss und sein Park zum Weltkulturerbe der Unesco.

Seit dem XII. Jahrhundert ist es der Jagdsitz der Könige von Frankreich. Es liegt mitten in einem großen Wald im Großraum Paris, der sogenannten Ile-de-France, und wurde im XVI. Jahrhundert von Franz I., der aus ihm ein „neues Rom machen wollte" umgebaut, vergrößert und verschönert". „Das von der italienischen Architektur beeinflusste Schloss liegt in einem großen Park und diente als Treffpunkt der Renaissance-Kunst und französischen Traditionen", so die Internetseite der Unesco. An diesem Ort wurde die Fontainebleau-Schule gegründet, eine Strömung, die das künstlerische Schaffen in Frankreich bis zum XVII. Jahrhundert beherrschte.

Ein prächtiges Zeugnis der Renaissance

Franz I. war begeistert von der italienischen Renaissance und rief Künstler aus dem romanischen Sprachraum zum Bau und zur Raumgestaltung des Schlosses auf. Er ordnete den Bau der Grande Galerie (Galerie François I.) an. Sie stellt das erste Bauwerk dieses Ausmaßes in Frankreich dar. Die Bilder, Wandtäfelungen, Fresken und Stuckarbeiten des italienischen Künstlers Rosso Fiorentino, die aus der griechisch-römischen Mythologie erzählen und Allegorien darstellen, zählen zu den berühmtesten Inneneinrichtungen, die die französische Renaissance zu bieten hat. 

Es ist Heinrich IV., dem das Schloss seine letzten wichtigen Vergrößerungen zu verdanken hat. Vor allem der Kamin Belle Cheminée und die Galerie des Cerfs verleiht ihm eine reiche Kulisse, die von einer neuen französischen Künstlergeneration der Seconde Ecole de Fontainebleau gestaltet wurde.

„Der wahre Herrschaftssitz der Könige"

Das Wahrzeichen des Schlosses bleibt die berühmte hufeisenförmige Treppe von Jean Androuet du Cerceau. Dieses von Ludwig XIII. in Auftrag gegebene Bauwerk bietet Zugang zu den angrenzenden Teilen des Schlosses.

Im 18. Jahrhundert brachten die Könige Ludwig der XV. und Ludwig XVI. zahlreiche Ausbauten und Gestaltungen der Innenräume ein. Napoleon I. seinerseits lässt wichtige Sanierungsarbeiten ausführen und möbliert das durch die Revolution leer gewordene Schloss neu. 

Im zweiten Kaiserreich wurde Fontainebleau zu einer der Lieblingsresidenzen Napoleons III. und seiner Frau Eugénie, die die letzten großen Ausbauarbeiten durchführen lassen. Das Schloss wird mit dem modernsten Komfort ausgestattet. Im kaiserlichen Theater, ein Werk von Hector Lefuel, der dazu von der königlichen Oper in Versailles angeregt wurde, werden die engsten Freunde des Hofes zu Privatanlässen empfangen.

Eine Reise durch Epochen und Baustile

Heute ist der Besuch von Fontainebleau als eine Reise durch Epochen und Baustile ein Muss, nicht nur aufgrund der Größe der Räumlichkeiten, sondern auch für einen intimen Einblick in das Leben der großen Herrscher. Denn man kann hier neben vielen reich möblierten Wohnungen die großen Wohnungen der Herrscher, die beiden Damenzimmer von Marie-Antoinette, die Wohnung des Papstes, die Jagdwohnung, die Wohnung von Madame de Maintenon oder typische Privatwohnungen aus der Zeit Napoleons III. besichtigen, die im Geiste eines „Grand Hotels" ausgestattet sind, in dem die Gäste des Kaisers alle Annehmlichkeiten dieser Zeit genießen konnten.

Das Schloss kann nicht nur mit einer reichen Architektur trumpfen, sondern es beinhaltet ebenfalls eine außergewöhnliche Sammlung an Bildern, Skulpturen und Kunstgegenständen vom XVI. bis zum XIX. Jahrhundert sowie zahlreiche Herzstücke, so zum Beispiel den Thron Napoleons I.

Besondere Sehenswürdigkeiten

  • Der königliche Elefant, eine Freske von Fiorentino, zu sehen in der Galerie François I.
  • Der Ballsaal. Er wurde unter Heinrich II. erbaut und ist durch die Galerie François 1. mit dem Hauptgebäude verbunden. Hier befinden sich zahlreiche Werke aus der italienischen Renaissance. 
  • Die Gärten. Der Schlosspark hat eine Fläche von 115 ha und wird durch seine  Springbrunnen gekennzeichnet. Er bietet eine Orangerie und französische sowie englische Gärten. 
  • Die fünf Höfe. Der Cour du Cheval Blanc (oder Ehrenhof), der berühmteste unter den Höfen, verdankt seinen Namen einer Pferdestatue von Marc Aurel und der berühmten hufeisenförmigen Treppe. Dort fanden am 20. April 1814 auch die Abschiedsfeierlichkeiten des Kaisers von seiner Garde statt. Siehe auch Cour Ovale, Cour de la Fontaine, Cour des Offices.

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