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  • Jean-Jacques Rousseau

    Jean-Jacques Rousseau

    © RMN-Grand Palais / Gérard Blot

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Als „Newton der moralischen Welt“ (Kant) bezeichnet und einer der Wegbereiter der Französischen Revolution, unterstützt der dem Fortschrittsgedanken des Lumière-Jahrhunderts ferne Jean-Jacques Rousseau genau die gegensätzliche These: der Mensch wird gut geboren, er wird jedoch durch die Wissenschaft und Ungleichheit denaturiert.

Als Kind einer französischen Hugenottenfamilie, die als Uhrmacher in Genf niedergelassen ist, verliert Rousseau bereits früh seine Mutter und wird einem Pfarrer anvertraut, beginnt daraufhin eine Lehre bei einem Graveur, verlässt Genf und geht ab 1728 auf Wanderschaft. Er wird von Madame de Warens (1732-1740) auf dem Anwesen Les Charmettes in Chambéry aufgenommen und es folgen Dienste als Lakai, Seminarist und Musiklehrer, woraufhin er sich nach Paris begibt (1741), wo er eine Oper komponieren, die Bekanntschaft von Voltaire und Diderot machen und musikalische Artikel für die Encyclopédie verfassen soll.

Sein Discours sur les sciences et les arts („Abhandlung über die Wissenschaften und die Künste“)(1751), der so gegensätzlich zur damaligen allgemeinen Meinung ist, macht ihn berühmt (1751) und wird gefolgt von seinem Discours sur l'origine et les fondements de l'inégalité („Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen“)(1755), der den Besitz in Frage stellt. Als Reaktion auf den von d'Alembert verfassten Artikel Genf schreibt er den Brief Lettre à d'Alembert sur les spectacles, ein Plädoyer gegen das Theater, das ihn mit den Enzyklopädisten verfeindet. Dieser Brief wird von der Veröffentlichung seiner drei Hauptwerke gefolgt: sein Briefroman La Nouvelle Héloïse („Die neue Heloise“), Du Contrat social („Vom Gesellschaftsvertrag“), dessen Ehrgeiz darin besteht, ein politisches Grundrecht zu schaffen, das allen Menschen Freiheit und Gleichheit gewährt und seine Abhandlung Émile ou De l'éducation („Emile oder über die Erziehung“). Mit Les Confessions („Die Bekenntnisse“), gefolgt von Rêveries du promeneur solitaire („Die Träumereien des einsamen Spaziergängers“), œbeides posthum erschienene Werke, schafft Rousseau das autobiografische Genre.